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Mein Landleben Lebensmittel bunkern

Die Bundesregierung hat der Bevölkerung ein neues Zivilschutzkonzept präsentiert. Das ist der Notfall für Krisenzeiten. Was kann man als Einzelperson nun tun?

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Haselnüsse – die Vorratskammer der Eichhörnchen.

Quelle: Anke Weber

Landkreis. Von Anke Weber

Zuerst habe ich mich gefragt: Warum gerade jetzt? Droht Gefahr? Dann habe ich mich erinnert, entsprechende Empfehlungen schon früher gelesen zu haben. Es handelt sich also nur um eine Neuauflage. Kein Grund zur Panik. Schließlich habe ich mich bisher auch nie um mein Überleben im Krisenfall gekümmert. Trotzdem brachte mich das neue Konzept dazu, im Geiste meine Regale durchzugehen. Jeder Haushalt sollte Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser für zwei Wochen haben. Pro Person wird eine Tagesration von zwei Litern Wasser empfohlen. Ein kurzer Check ergab, dass ich dreieinhalb Tage gut versorgt wäre.

 Danach müsste ich auf Bier und Wein zurückgreifen. Dann hörte ich meinen Hund über die Fliesen tapsen und realisierte eine bevorstehende Wasserknappheit im Notfall. Allerdings könnte ich mich sehr lange betrinken. Wenn das Grundwasser nicht verseucht wäre und ich noch Strom hätte, könnte uns die Gartenpumpe retten. Immerhin: Wir hätten jede Menge Nudeln, Chips, Erdnussbutter, Pesto und Kräutersalz. Zumindest die Nudeln würden uns zehn Tage lang ernähren können. Wenn wir Wasser hätten, um sie zu kochen.

Viele Wasserkisten stapeln

Aber was, wenn die Katastrophe am Wochenende ausbricht und die komplette Familie im Haus ist? Ich addierte einen frisch aufgefüllten Kühlschrank und subtrahierte die unterschiedliche Gefräßigkeit der Familienmitglieder. Errechnete Überlebens-Chance ohne Nörgelei: Drei Tage. Vielleicht würden uns die Nachbarn ein paar Eier abgeben? Überhaupt wäre die Versorgungslage – abgesehen von einem Seuchenfall – auf dem Land wahrscheinlich recht gut. Auch vorsorgetechnisch bieten Schuppen und Scheunen den Luxus, unendlich viele Wasserkisten zu stapeln.

 Könnte in Stadtwohnungen schwierig werden. Sollen sich die Leute Wasserkanister unters Bett schieben? Meine Gedanken hörten nicht auf, den Krisenfall durchzuspielen und fingen an, mich zu nerven. Wer weiß, wo ich gerade bin, wenn so eine Katastrophe ausbricht. Vielleicht unterwegs. Der Hund alleine zu Hause. Die Familie irgendwo verstreut. Alles nicht planbar.

Eichhörnchen als Vorbild

Ich atmete tief durch und beschloss, alles so zu lassen, wie es war. Ein kleiner Vorrat ist immer im Haus, der Rest ergibt sich. Meine Entscheidung stand. Bis ich mein Eichhörnchen dabei beobachtete, wie es unermüdlich Beute vom Haselnussbusch in den Wald schleppte. Offenbar legte es sich einen Nuss-Vorrat für den Winter an. Nahrungsmittel für Notzeiten. Also wenn das jetzt sogar das Eichhörnchen macht, dann gehe ich wohl doch noch ein paar Liter Wasser kaufen.

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Neue SN-Kolumne: Mein Landleben
  • Landleben ist trendy . Neuerdings hat sogar der Stadtmensch seine Liebe zum Land entdeckt und blättert sich sehnsüchtig durch die Hochglanz-Magazine. Anmutig schimmern da die Tautropfen auf prallen Beeren und die hochwertige Rosenschere mit Holzgriff liegt im aufgeräumten Schuppen.
  • Etwas anders stellt sich das Landleben in den Augen unserer Autorin Anke Webe r dar. Die SN-Journalistin hat schon immer auf dem Land gelebt und sieht in jeder üppig blühenden Blume auch den Dreck unter den Fingernägeln. Ihre Eindrücke vom Leben zwischen Steinhuder Meer, Deister und Wesergebirge schildert sie ab sofort jeden Sonnabend in der neuen SN-Kolumne „Mein Landleben“.