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Schuppen aufräumen

Mein Landleben Schuppen aufräumen

Ich habe den Schuppen aufgeräumt. Eine große Überwindung. Schon wegen der Spinnweben und der zu erwartenden Spinnen.

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Rätselhaft: Warum starb diese Maus in ihrem luxuriösen Winterquartier?

Quelle: Weber

Mein Landleben . Abgesehen davon wusste ich natürlich, dass sich wieder Haufen ergeben würden. Verschenk-Haufen, Wegwerf-Haufen und die tückischen Haufen mit Sachen, von denen man nicht so genau weiß, was man damit machen soll. Zum Beispiel habe ich alte Butzen-Fenster gefunden. Darauf war ich früher ganz scharf. Ich wollte sie als Bilderrahmen verwenden. Das ist ungefähr zwölf Jahre her. Vielleicht werde ich die Idee jetzt wieder aufgreifen. Oder in zwölf Jahren.

Im Schuppen war auch jede Menge Spielzeug von meiner Tochter. Wasserspielzeug wie Schwimmnudeln und Schwimmbretter. Zum Glück habe ich Abnehmer. Schwierig wird es mit den Dingen, die meine Tochter wahrscheinlich nicht mehr benutzen wird, aber trotzdem noch behalten möchte. Es kostet mich wirklich Überwindung, sie zurück in den aufgeräumten Schuppen zu bringen. Deshalb liegen sie jetzt noch auf dem Haufen in der Garage, die deswegen sehr unordentlich aussieht und dringend aufgeräumt werden müsste. Mit den Kisten meines Vaters war ich nicht so zimperlich. Er hat früher häufig auf meine Tochter aufgepasst und sich damals etwas in Garage und Schuppen ausgebreitet. Mehrere Styroporplatten meinte er zum Beispiel, irgendwann noch gebrauchen zu können. Die Mäuse haben ein wahres Schlachtfeld daraus gemacht. Deshalb musste ich nun mit sehr vielen Styroporkugeln den Kampf aufnehmen. Die kleinen Biester entwickeln eine erstaunliche Flugenergie, sobald man sich ihnen mit einem Besen nähert. Und dann waren da noch die ausrangierten Bettlaken, die mein Vater ordentlich in einer Kiste gesammelt hatte, um damit im Herbst den Rasenmäher und ähnliche Geräte abzudecken.

Die letzten zwei Winter musste niemand auf meine Tochter aufpassen. Sie ist aus diesem Alter herausgewachsen. Deshalb war mein Vater auch nicht mehr als Schuppenwart zugegen und niemand hat die Geräte abgedeckt. Die Bettlaken blieben also in den Kisten. Beim Aufräumen entdeckte ich dann sehr viele Mäuseköttel. Ein Fall für die Mülltonne. Endlich mal eine einfache Entscheidung. Und ein trauriger Anblick, als ich ein Bettlaken aus der Kiste nahm. Eine Maus hatte es sich dort gemütlich gemacht. Wahrscheinlich dachte sie, ein super Winterquartier gefunden zu haben. Tatsächlich hat sie das Frühjahr aber nicht mehr erlebt. Ich fand nur noch das Skelett in den Laken. Ob die arme Maus den Ausgang nicht mehr gefunden hat? Was für eine Kuschel-Hölle.

Von Anke Weber

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Neue SN-Kolumne: Mein Landleben
  • Landleben ist trendy . Neuerdings hat sogar der Stadtmensch seine Liebe zum Land entdeckt und blättert sich sehnsüchtig durch die Hochglanz-Magazine. Anmutig schimmern da die Tautropfen auf prallen Beeren und die hochwertige Rosenschere mit Holzgriff liegt im aufgeräumten Schuppen.
  • Etwas anders stellt sich das Landleben in den Augen unserer Autorin Anke Webe r dar. Die SN-Journalistin hat schon immer auf dem Land gelebt und sieht in jeder üppig blühenden Blume auch den Dreck unter den Fingernägeln. Ihre Eindrücke vom Leben zwischen Steinhuder Meer, Deister und Wesergebirge schildert sie ab sofort jeden Sonnabend in der neuen SN-Kolumne „Mein Landleben“.