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Weihnachtsfragen

Mein Landleben Weihnachtsfragen

Meine Freundin hat mir neulich einen wunderschönen Blumenstrauß geschenkt. Er ist mit kleinen Weihnachtswichteln dekoriert. Normalerweise sind kleine Figuren nicht mein Ding, aber die Wichtel sehen wirklich niedlich aus. Das fand auch ein kleines Mädchen, das bei mir zu Besuch war.

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Gibt es wirklich Weihnachtswichtel? 

Quelle: Weber

Innerhalb von wenigen Minuten hatte mich die Sechsjährige in ein Gespräch über Weihnachtsmänner, Wichtel, Elfen und Knecht Ruprecht verwickelt.Ich geriet in Erklärungsnot. Besonders, da ich nicht wusste, welche Variante ihre Eltern bisher vermittelt hatten. Auf keinen Fall wollte ich die ganze Fantasiewelt eines Kindes zerstören. Ich rettete mich mit meinem Handy auf die Toilette und erkundigte mich bei ihrer Mutter. Keine Antwort. Die Nummer des Vaters hatte ich nicht. Also gab es nur noch eine Möglichkeit – ich musste mich zurückhalten und das Mädchen selbst erzählen lassen.  Die Sechsjährige glaubt an den Weihnachtsmann, obwohl sie natürlich weiß, dass für die Geschenke die Erwachsenen zuständig sind. Engel gibt es in ihrer Welt auch. Sie holen den Wunschzettel ab, wenn die Kinder ihn in die Fensterbank gelegt haben.Weihnachtswichtel sind dagegen eine Erfindung des Films, wo sie das Spielzeug für den Weihnachtsmann basteln. Aber in ECHT wird Spielzeug von Menschen gebaut. Überhaupt gibt es in Filmen viele Sachen, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Ja, da konnte ich meiner kleinen Besucherin zustimmen. Es war ein frostiger Tag, an dem die Sonne die Welt in wunderbares Licht tauchte. Alles schien verzaubert. Und es war Zeit für den Hundespaziergang. Unterwegs entdeckte mein junger Gast ein kleines Loch unter einem dornigen Busch, das wie der Eingang zu einer geheimen Märchenwelt aussah. „Als ob da Elfen wohnen“, sagte das Mädchen.Endlich konnte ich etwas Hilfreiches zum Gespräch beisteuern und erzählte der Sechsjährigen, dass die Menschen in Island von der Existenz der Elfen überzeugt sind und sogar das Straßenbauamt darauf achtet, dass der Lebensraum der Elfen nicht durch Baumaßnahmen zerstört wird. Wir gingen weiter und waren beide ziemlich sicher, durch Elfen-Territorium zu wandern. „Das sind aber liebe Elfen“, sagte meine Begleiterin und klärte mich auf, dass Knecht Ruprecht dagegen böse sei, weil er eine Rute habe. Aber der bleibe ja zum Glück in seinem Gedicht.  Ich hatte noch viele Fragen, aber besonders interessierte mich diese eine Ungereimtheit: Wenn die Erwachsenen für die Geschenke zuständig sind, was macht dann der Weihnachtsmann? „Der bringt den Menschen das Lächeln“, sagte mein kleiner Gast und sah mich an, als müsste man mir die Welt nochmal von Neuem erklären.   Anke Weber

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Neue SN-Kolumne: Mein Landleben
  • Landleben ist trendy . Neuerdings hat sogar der Stadtmensch seine Liebe zum Land entdeckt und blättert sich sehnsüchtig durch die Hochglanz-Magazine. Anmutig schimmern da die Tautropfen auf prallen Beeren und die hochwertige Rosenschere mit Holzgriff liegt im aufgeräumten Schuppen.
  • Etwas anders stellt sich das Landleben in den Augen unserer Autorin Anke Webe r dar. Die SN-Journalistin hat schon immer auf dem Land gelebt und sieht in jeder üppig blühenden Blume auch den Dreck unter den Fingernägeln. Ihre Eindrücke vom Leben zwischen Steinhuder Meer, Deister und Wesergebirge schildert sie ab sofort jeden Sonnabend in der neuen SN-Kolumne „Mein Landleben“.