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Mein Landleben Wespenschutz

Endlich ist Sommer. Auch gefühlt. Da kann man draußen sitzen und Eis essen. Oder Zwetschenkuchen. Auch Bier und Cocktails trinken. Jedenfalls sind die Tische im Sommer reich mit Süßgetränken, Gegrilltem und Schlagsahne gedeckt. Man sollte meinen, die Leute müssten glücklich sein. Aber sie schlagen um sich. Wie wild.

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Wespen fressen Fliegen und Mücken. Aber sie können auch stechen. 

Quelle: Weber

Von Anke Weber

Ich habe in den vergangenen Tagen sehr viele Menschen abrupt aufspringen und schreien sehen. Einmal wollte ich sogar zu Hilfe eilen. Ich dachte, es sei etwas wirklich Schlimmes passiert. Aber es war nur eine Wespe. Sie kreiste ihrem Naturell entsprechend über dem aufsteigenden Duft einer Zitronenlimonade. Wahrscheinlich hatte sie ein Tröpfchen vom Rand des Glases nippen wollen. Und schon war es so weit: Schrei, Aufspringen, Panik, verschüttete Limonade und noch mehr Wespen, die über der süßen Getränkelache kreisten.
Wespen tauchen immer dann auf, wenn der Sommer am schönsten ist. Im August. Das ärgert die Menschen. Denn Wespen können stechen. Dabei haben sie gar kein Interesse daran, Menschen zu stechen. Sie wollen sich lediglich an den Köstlichkeiten laben. Abgesehen davon schwirren sie nur so zahlreich umher, weil sie Langeweile haben. Ab August sind sie nämlich arbeitslos. Bis dahin müssen die Arbeiterinnen die junge Brut versorgen und haben keine Zeit für Süßgetränke auf Tischen. Doch ab August, wenn sie ihren Job beendet haben, lungern sie herum.
Da sind sie dem deutschen Urlauber erstaunlich ähnlich. Keine Aufgaben und nur Fressen und Saufen im Sinn. Leider werden Wespen von den Menschen total verkannt. Dabei leisten sie wertvolle Dienste, indem sie außerordentlich viele Mücken und Fliegen vertilgen. Zugegeben: An der Eiskugel sitzend, können Wespen echt nerven. Aber es ist besser, mit ihnen zu leben, als sie zu bekämpfen. Auch schmerzfreier. Für mich sind Wespen kein Problem. Eher die Leute, die beim Anblick dieser Insekten ihr Umfeld in den Wahnsinn treiben. Vor ihnen kann man sich kaum schützen.
Vor Wespen schon. Mein Favorit in Sachen Wespenschutz ist der gute alte Bierdeckel auf dem Glas. Mich hat noch niemals eine Wespe in den Mund gestochen. Noch sicherer ist es allerdings, den Mund gar nicht erst aufzumachen. Das hat drei Vorteile. Erstens: Keine Wespenstiche im Mundraum. Zweitens: Man belästigt die Leute an den Nachbartischen nicht mit panischem Geschrei. Drittens: Wer mit geschlossenem Mund vor seinem Eis sitzt, hat garantiert bald eine Wespentaille.

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Neue SN-Kolumne: Mein Landleben
  • Landleben ist trendy . Neuerdings hat sogar der Stadtmensch seine Liebe zum Land entdeckt und blättert sich sehnsüchtig durch die Hochglanz-Magazine. Anmutig schimmern da die Tautropfen auf prallen Beeren und die hochwertige Rosenschere mit Holzgriff liegt im aufgeräumten Schuppen.
  • Etwas anders stellt sich das Landleben in den Augen unserer Autorin Anke Webe r dar. Die SN-Journalistin hat schon immer auf dem Land gelebt und sieht in jeder üppig blühenden Blume auch den Dreck unter den Fingernägeln. Ihre Eindrücke vom Leben zwischen Steinhuder Meer, Deister und Wesergebirge schildert sie ab sofort jeden Sonnabend in der neuen SN-Kolumne „Mein Landleben“.