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Den eigenen Stärken vertrauen

Landkreis / Abitur Den eigenen Stärken vertrauen

Es ist geschafft, die letzte Abiturklausur 2011 ist geschrieben. Doch wie gehts jetzt weiter? Klar, erst mal kommen die mündlichen Prüfungen, doch dann wartet das „wahre Leben“ auf die Abiturienten in Schaumburg. Wie ist das erste Doppelabi nach zwölf Jahren gelaufen? Und was kommt nach dem Schulabschluss? SNack-Autor Jens Thieler hat sich am Wilhelm-Busch-Gymnasium in Stadthagen umgehört.

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Die Abiturprüfungen stehen an. © dpa

Stadthagen (jnt). So hatte es Jan-Marco Reiners überhaupt nicht kommen sehen. Dass er viel zu viel gelernt hatte, merkte er erst, als er am 26. März. an seiner ersten Abiturklausur saß. Im Vorfeld zu den Abschlussprüfungen hatte er sich noch viel Stress gemacht, um den gesamten Lernstoff von drei Semestern zu wiederholen, erklärt der 19-Jährige aus Schierneichen. Als er dann in der Nacht vor der ersten Klausur Schlafprobleme bekam, ging er mit keinem guten Gefühl in die Deutschklausur. Mit den zwei Aufgaben je Klausur-Vorschlag wurde er aber wieder gelassener, sodass er die folgenden Klausuren entspannter überstand.

Insgesamt sei für ihn die Abi-Zeit recht schnell wieder vorbei gewesen, was auch daran gelegen haben mag, dass seine ersten Prüfungstermine leider just nach dem letzten Schultag geplant waren. Momentan schaut sich Jan-Marco derzeit nach einem Studienplatz um, was ihm durch die in den meisten Bundesländern bereits überschrittene Anmeldefrist für die Universitäten leider erschwert wird. Zwar hat er noch nichts Festes geplant, doch blickt er zuversichtlich auf die kommenden Jahre.

Schon lange hat sich Dario Walter auf den Moment gefreut, der nach seiner letzten Abi-Klausur Wirklichkeit wurde. Die Ärgernisse der vergangenen Monate lässt der Beckedorfer gern hinter sich. Seit jeher sah er die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre kritisch. Der europäische Vergleich sei für ihn kein gewichtiges Argument, denn für den 18-Jährigen scheinen die deutschen Absolventen nie sonderlich benachteiligt gewesen zu sein. Das Abi nach zwölf Jahren sei anstrengend gewesen, umso größer ist jetzt, nach den Klausuren, seine Freude und Erleichterung.
Am meisten reize Dario nun das Ausland, da er angesichts des demografischen Wandels derzeit eher ungern in Deutschland bleiben würde. Schließlich will er von der immer größer werdenden Schere zwischen Jung und Alt nicht zu stark in seinen Freiheiten eingeschränkt sein.

Der Fall von Oliver Dreßler zeigt, dass Abi-Stress vielerlei Auswirkungen haben kann. So soll besonders der Leistungsdruck vor den Klausuren zu diversen Lebensmittelunverträglichkeiten geführt haben, die dem 17-Jährigen die bekannte Ersatzbefriedigung des „Frustfressens“ vermiesten. Um durchzuhalten, versuchte Oliver vor den Klausuren Ruhe zu bewahren und setzte auf Sport als Lernausgleich.

Außerdem empfiehlt der Auhäger allen vom Stress geplagten zukünftigen Abiturienten, die persönlichen Ängste und Sorgen bezüglich der Abiturprüfungen aufzuschreiben, da dies ein inzwischen immer bekannteres und wirksames Mittel zum Lösen von Denkblockaden sei. Mit freiem Kopf überstand Oliver seine Klausuren und erklärt: „Alles was ich lernen musste, war meinen eigenen Stärken zu vertrauen.“

Für Pascal Schmidt lief der Alltag während der Abiturprüfungen wie gewohnt ab. Auch wenn er anfangs mehr unter Stress stand, lernte er kaum intensiver als für normale Klausuren. Trotzdem nahm der 19 Jahre alte Kirchhorster das Zentralabitur ernst.

Als er dann mit der Chemieklausur am Dienstag die letzte seiner schriftlichen Prüfungen hinter sich hatte, bemerkte er, dass er die finalen Arbeiten zu Beginn der 12. Klasse aufgrund der vollen Schwerpunktthemenlisten des Kultusministerium Niedersachsens anders eingeschätzt hatte. Daher hält Pascal die Ratschläge der Lehrer, schon etliche Monate vor den Klausuren mit dem Lernen anzufangen, für übertrieben.

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