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Ein Besuch bei der Lindhorster Schülerfirma

SNack Ein Besuch bei der Lindhorster Schülerfirma

In der Schule lernt man nur Sachen, die man später sowieso nicht mehr braucht?

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Gemeinsam kreativ: Sara und Natalia aus der Textil-Abteilung fertigen zur Osterzeit Blumen aus Filz.

Quelle: kil (3)

SNack. Die Lindhorster Schülerfirma beweist, dass es auch anders geht. In der vor dreieinhalb Jahren gegründeten „Student Workshop sGmbH“ bekommen 33 Jugendliche aus den Klassen neun und zehn einen kleinen Eindruck davon, wie das Arbeiten in einem echten Unternehmen ablaufen kann.

Ihre Firma hat sich auf die Produktion von Holzarbeiten und Textilien spezialisiert. Insektenhotels, Geduldsspiele, Blumenkästen, Federmäppchen und vieles mehr stellen die Schüler im Rahmen des Unterrichts selbst her und verkaufen es anschließend auf Weihnachtsmärkten, bei Elternabenden oder über das Internet. Dabei ist Kreativität gefragt. „Jeder kann sich selbst etwas überlegen“, erzählt Emma, während sie einige Arbeiten aus dem Fundus zeigt.

Wie schreibt man einen Arbeitsvertrag? Wie entwickelt man ein Produkt von der ersten Idee bis zum Verkauf? Und wie schafft man es, gewinnbringend zu wirtschaften und nicht Pleite zugehen? All diese Fragen müssen sich die Schüler Schritt für Schritt selbst erarbeiten – „learning by doing“ sozusagen. Und wenn die jungen Unternehmer mal nicht weiterwissen, dann stehen ihnen die Lehrer – oder auch das Internet – mit Rat und Tat zur Seite.
In der Firma sind die Aufgaben klar verteilt: Die einen kümmern sich um Personalfragen, andere pflegen die Homepage und wieder andere entwickeln neue Produkte oder werden im Bereich Technik oder Textil handwerklich tätig.

Michelle kümmert sich um die Personalabteilung und hat bei der Schülerfirma schon viele wichtige Erfahrungen gesammelt: „Es ist mal was ganz anderes. Wir dürfen halt selbst bestimmen, was wir machen“, sagt sie. Und Jonas, der an der Website der Firma arbeitet erzählt: „Größtenteils organisieren wir alles alleine. Das fühlt sich gut an.“

Cheyenne (9. Klasse): „Da wir zu dritt in der Geschäftsführung sind, können wir uns gut absprechen.“

Leon (10. Klasse): „Als Geschäftsführer muss man vor der ganzen Klasse reden können.“

Und was wäre eine Firma ohne Geschäftsführer? Diesen Posten teilen sich in Lindhorst gleich drei Schüler: Leon, Cheyenne und Laura. „Jede Woche gibt es eine Konferenz“, berichtet Leon. Dort wird die Arbeit der kommenden Woche besprochen. Angefangen von einer Zielsetzung – „Was wollen wir in dieser Woche schaffen?“ – bis zur Reflexion über vergangene Arbeitsprozesse. Als Chefs müssen die drei Schüler aber nicht hart durchgreifen, sagen sie. Klar, sei es manchmal schwierig, die Aufmerksamkeit der anderen zu bekommen, wenn es gerade mal laut ist – insgesamt würden aber alle auf Augenhöhe und gemeinsam daran arbeiten, dass die Firma gewinnbringend arbeitet. Das klappt mal mehr mal weniger gut, aber gerade habe die GmbH ein kleines Plus zu verbuchen.

Ein Blick in den Textilraum zeigt, wie viel Spaß den Schülern die Arbeit machen kann. „Wir haben schon gelernt“ – Stricken, Häkeln, Filzen – da sind sich Sarah und Lena einig.
Ein Projekt, der den Schülern besonders am Herzen liegt, ist das Hilfsprojekt „Nice View“, das elternlose Kindern in Kenia unterstützt. Die Schüler haben 20 Prozent ihrer Einnahmen gespendet und zusätzlich noch Spenden für das Projekt gesammelt.

  Neugierig? Mehr Infos zur Schülerfirma gibt es im Netz auf www.studentworkshop.de. kil

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