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Eine ungewöhnliche Freizeitaktivität

SNack Eine ungewöhnliche Freizeitaktivität

Wiebke Schöttelndreier hat ein ganz besonderes Hobby: Die 19-Jährige aus Stadthagen wurde vor kurzem Vize-Europameisterin im Modellrennbootfahren. „Eine Sportart, die nicht Jedem geläufig ist“, erzählt Wiebke im SNack - Interview.

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Wiebke Schöttelndreier ist Vize-Europameisterin im Modellrennbootfahren.

Quelle: pr.

SNack. Wer in diesem Sport gewinnen will, der muss mit einem ferngesteuerten Modellrennboot, das durch Verbrennungsmotoren angetrieben wird, Rennen fahren. Wer die meisten Runden bei einem Wettkampf schafft, gewinnt.

Bei den Wettbewerben werden die Boote nach ihrer Art und nach der Größe der Motoren in Klassen eingeteilt. Wiebke fährt sogenannte FSR-V-Boote und FSR-O-Boote mit Motoren, die eine Größe von 15 Kubikzentimetern haben. Solche FSR-V-Boote können Geschwindigkeiten von bis zu 80 Stundenkilometer erreichen, die FSR-O-Boote können sogar bis zu 87 Stundenkilometer fahren. Zu diesem Hobby ist Wiebke durch ihren Vater gekommen: „Mein Papa übt diesen Sport seit seiner Jugend aus. Daher wurde ich auch schon in sehr jungen Jahren an den Wochenenden von meinen Eltern zu Wettbewerben mitgenommen“, erklärt sie.

Papas Unterstützung ist wichtig

 

Irgendwann reichte es ihr nicht mehr, nur zuzuschauen oder ihrem Vater bei seinen Starts zu helfen – sie wollte auch selbst fahren. Vor drei Jahren durfte Wiebke zum ersten Mal selbst als Fahrerin starten. Seitdem nimmt sie regelmäßig gemeinsam mit ihrem Vater an Wettbewerben teil. Bei der Europameisterschaft in Jawor in Polen im Juli dieses Jahres feierte sie dann ihren ersten internationalen Erfolg: Wiebke belegte den zweiten Platz in der Klasse der FSR-O-Boote mit 15 Kubikzentimeter. „Ich hatte bei der Europameisterschaft vier Läufe, von denen die besten drei gewertet wurden. Das heißt, die Runden wurden addiert. Durch einen unglücklichen Ausfall hatte ich schon im zweiten Lauf ein Ergebnis verpatzt und dementsprechend hoch war meine Nervosität im dritten und vierten Lauf. Ich wusste, wenn ich gewinnen möchte, muss ich ankommen und viele Runden schaffen. Am Ende fehlten mir leider ein paar Sekunden, um zu gewinnen. Trotzdem bin ich mit dem zweiten Platz sehr zufrieden und bin glücklich, dass alles so gut ausgegangen ist. Ohne die Unterstützung von meinem Vater wäre das alles nicht möglich gewesen“, erzählt die Vize-Europameisterin.

Im vergangenen Jahr verpasste Wiebke ganz knapp den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft der Junioren, wurde jedoch Deutsche Meisterin der Junioren. „Bis letztes Jahr durfte ich noch bei den Junioren starten, seit diesem Jahr starte ich bei den Senioren, da sind nun alle Altersklassen ab 19 Jahren vertreten“, erklärt sie. Neben Wiebke sind auch zwei weitere Fahrer vom MSV Stadthagen bei den Europameisterschaften in Polen angetreten: Ihr Vater Thomas belegte den fünften Platz in der Klasse der FSR-V 15 Kubikzentimeter und Jürgen Mischke wurde Vize-Europameister in den Klassen FSR-V 3,5 Kubikzentimeter und FSR-V 15 Kubikzentimeter.

Nur drei Damen in Deutschland

Wiebke hat gerade ihre Ausbildung bei der Sparkasse Schaumburg begonnen, neben dem Bootfahren spielt sie in ihrer Freizeit Fußball in der Damenmannschaft vom TSV Eintracht Bückeberge und verbringt gerne Zeit mit Freunden und ihrer Familie. Außerdem geht sie Laufen und liebt Wintersport. „Was mich aber am Bootfahren besonders reizt, ist das Rennen, wo man die anderen auch mal in Schach halten kann und die erst einmal vorbeikommen müssen, wenn sie überholen möchten“, meint Wiebke. Außerdem sei es ein außergewöhnliches Hobby, was gerade bei Frauen kaum verbreitet ist. In Deutschland gibt es nur drei weibliche Starterinnen. „Das macht es besonders cool, es den anderen Leuten mal zu zeigen.“

Wiebke und ihr Vater haben drei V-Boote und zwei O-Boote, mit denen sie aktiv unterwegs sind. Da beide schon in der Klasse FSR-O für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr qualifiziert sind, wollen sie sich im Winter ein weiteres O-Boot bauen, damit jeder von ihnen ein eigenes Boot sowie ein Ersatzboot zur Verfügung hat. Das Ziel der beiden sei es außerdem, sich in den nächsten beiden Wettbewerben, die für die Deutsche Meisterschaft zählen, nun auch in der Klasse FSR-V 15 Kubikzentimeter für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren.  Von Saskia Hintz

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