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Freunde und Erfahrungen gewonnen

Junge Frauen engagieren sich Freunde und Erfahrungen gewonnen

Neben Schule oder Studium auch noch ehrenamtlich aktiv zu sein, dazu hat nicht jeder Zeit und Lust. Für Sarah Brückner (21) aus Warber und Laura Celine Schwier (16) aus Meerbeck ist es selbstverständlich, anderen Menschen, die in Not sind, zu helfen. „Das ist das einfachste der Welt“, sagt Sarah.

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Sarah macht es vor: Anderen zu helfen, ist gar nicht so schwer und kann sogar viel Spaß machen.

Quelle: kil

Meerbeck/Warber. Die beiden jungen Frauen sind seit einigen Monaten in der Flüchtlingshilfe unterwegs und freuen sich über die Erfahrungen, die sie dabei gesammelt haben. Laura kümmert sich zusammen mit der Meerbecker Vikarin um eine Flüchtlingsfamilie aus dem Irak. Die neunköpfige Familie hat sieben Kinder. „Die Familie ist so toll und herzlich“, erzählt Laura strahlend. „Das war die beste Entscheidung“, sagt sie über ihren Entschluss, mitzuhelfen.

Die Unsicherheit legte sich schnell

Ohne jemandem davon zu erzählen, hat sie den Zettel der Kirchengemeinde ausgefüllt, auf dem man angeben konnte, für welchen Bereich der Flüchtlingshilfe man sich interessiert. Beim ersten Besuch in der fremden Familie sei sie noch etwas unsicher gewesen. Aber das habe sich schnell gelegt. Bald gewannen die Kinder Vertrauen zu Laura, spielten und redeten mit ihr.

„Drei von den Mädchen gehen auch auf meine Schule.“ Sprachliche Probleme gebe es kaum noch. „Die Kinder lernen total schnell.“ Mittlerweile fühlt sich Laura nicht mehr nur als Helfer, sondern als Freundin der Familie. Die Geschichten von der Flucht zu hören, beeindrucken Laura. „Die Eltern und ihre sieben Kinder sind alle gemeinsam geflüchtet“, weiß die junge Helferin. Warum sie hilft? „Man selber würde doch auch wollen, dass einem geholfen wird, wenn man in einer solchen Situation ist“, sagt die Schülerin. „Es ist toll, was man alles zurückbekommt.“

Schade findet Laura bloß, dass sie wegen des anstehenden Abiturs nicht mehr so viel Zeit haben wird. Aber egal, wie es für sie nach der Schule weitergeht, steht fest: „Ich möchte auf jeden Fall weiterhelfen.“

Auch Sarah ist voll in ihrem Element, wenn sie von ihrer Flüchtlingsarbeit erzählt. „Anderen zu helfen, ist doch das einfachste von der Welt.“ Man brauche lediglich etwas Mut und Geduld, so ihre Erfahrung.

Freunde mit Elan angesteckt

Sarah wollte ihre Zeit nach dem Abi sinnvoll nutzen und hat sich bei der örtlichen Kirchengemeinde umgehört, wie sie helfen könnte. Seitdem gibt sie ehrenamtlich Deutschunterricht und hilft auch darüber hinaus, wo sie kann. Ihre Familie und einige Freunde hat sie mit ihrem Elan auch anstecken können. „Ich engagiere mich, weil ich finde, dass jeder zu einer funktionierenden Gesellschaft seinen Teil beitragen kann.“

Berührungsängste hat Sarah keine. Zusammen mit einer Freundin hat sie auch zu vielen jungen Männern in den Gemeinschaftsunterkünften Kontakt gehabt, mit ihnen Basketball gespielt und bei der Erstversorgung in der Unterkunft geholfen. Außerdem gibt sie Flüchtlingskindern Nachhilfe in Englisch und trifft sich zu Kochabenden und Feiern mit den Flüchtlingen aus der Gemeinde. „Freunde, Familie, Nachbarn – alle kennen sich“, sagt Sarah. Die Flüchtlinge sind längst Teil ihres Bekanntenkreises geworden und Sarah möchte diese Bereicherung in ihrem Leben nicht missen.

Die 21-Jährige studiert Lehramt in Osnabrück und hat sich fest vorgenommen, sich auch dort in Zukunft für andere Menschen einzusetzen. kil

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