Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
No-Gos in der Beziehung

Die erste Liebe No-Gos in der Beziehung

Hier vermischen sich Glücksgefühl und Stolz, einen Partner gefunden zu haben. Ist der neue Freund auch noch auf der selben Schule, vergessen Paare oft alles um sich herum. Für eine glückliche Beziehung braucht es aber auch Freunde und Freiräume.

Voriger Artikel
Smartphone statt Führerschein
Nächster Artikel
Comics: Coaching vom Profi

Kann schnell nervig werden: Paare sollten vor allem in der Schule nicht zu sehr aufeinander hocken.

Quelle: dpa

Landkreis. Die beste Freundin fühlt sich vernachlässigt, der Kumpel ist eifersüchtig auf die neue Begleiterin, die Klassenkameraden beobachten das neue Paar argwöhnisch. Den ersten festen Freund, die erste feste Freundin zu haben, ist für viele Jugendliche der erste Schritt in die Erwachsenenwelt. Und der ist nicht immer leicht. „Eine Beziehung zu führen, muss man erst lernen“, sagt Karin Jacob von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung und Beraterin im SOS-Familienzentrum Berlin. Wer diese acht No-Gos umschifft, genießt die erste Liebe ohne viel Streit und Getuschel in der Schule.

Nicht zueinander stehen: Jugendliche sollten kein Geheimnis aus der neuen Beziehung machen. Freunden sollten sie offen sagen, dass es noch jemanden gibt, der ihnen wichtig ist. Dass in der Schule am Anfang alle gucken, sei ganz normal, sagt Nina Pirk vom Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ in Wuppertal.

Sich auf dem Schulhof zu zweit abschotten: Gemeinsame Schulpausen und Unternehmungen mit Mitschülern helfen dabei, sich als Paar nicht zu isolieren. Nach einer Trennung stehe man sonst alleine da, sagt Stefan Drewes vom Berufsverband Deutscher Psychologen. Dabei ist auch die Körperhaltung wichtig. Das Paar sollte sich nicht nur in den Armen liegen, sondern so auf dem Schulhof stehen, dass auch andere hinzukommen können. Dadurch beugen sie Konkurrenz und Anfeindungen vor.

Demonstrativ seine Liebe zeigen:  Auch wenn Frischverliebte gerne der ganzen Welt ihre Zuneigung zeigen, sollten sie damit in der Schule zurückhaltend sein. Das provokante Signal „Wir sind ein tolles Paar“ räche sich später bei Schwierigkeiten, erklärt Drewes. Dazu zähle etwa demonstratives Schmusen, um allen zu zeigen, wie toll man ist, weil man einen Freund hat. Das könnte Singlefreunde kränken und sogar die Freundschaft gefährden. „Eine Beziehung kann stärken und Sicherheit geben, aber nicht auf Kosten anderer“, warnt Drewes.

Freunde vernachlässigen: Jeder sollte eigene Freundschaften und Hobbys pflegen und sich exklusiv Zeit dafür nehmen – ohne den Partner. Pirk rät, zum Beispiel einen festen Nachmittag in der Woche nur mit der besten Freundin zu verbringen. Freunde bereichern die Beziehung und entlasten sie. Wer alles zusammen macht, überfrachtet die Partnerschaft, weil alle Bedürfnisse von einem Menschen erfüllt werden müssen. Außerdem ist eine Trennung umso dramatischer, wenn man sich nur auf den Partner konzentriert hat. Auch wenn eine Trennung erstmal wie ein Weltuntergang wirkt: „Trennung ist etwas Normales und bietet Entwicklungschancen“, sagt Klaus Seifried vom Schulpsychologischen Beratungszentrum Tempelhof-Schöneberg in Berlin.

Den Partner einengen:  Jugendliche sollten sich gegenseitig unterstützen und respektieren, wenn der Partner mal keine Zeit hat, sagt Seifried. Die Beziehung sollte beide voranbringen, nicht einengen und abhängig machen. Muss der Freund zum Beispiel etwas für die Schule tun oder möchte sich die Freundin mit der besten Freundin treffen, sollte das der Partner nicht persönlich nehmen und etwa an der Liebe des anderen zweifeln.

Intime Fotos als Liebesbeweis verschicken: Verliebte sollten sich nicht dazu hinreißen lassen, dem Partner halbnackte Fotos zu schicken. Denn es sei unklar, was mit den Fotos etwa nach einer Trennung passiert, sagt Drewes. Auch neidischen Mitschülern könnten die Fotos in die Hände fallen. Gegen Knutschfotos spricht dagegen nichts.

Keine Grenzen absprechen: Die Schule ist ein öffentlicher Ort. Das Paar sollte gemeinsam festlegen, wo seine Schamgrenze liegt und was es in der Öffentlichkeit zeigen will. So müssen Jugendliche erst den Partner fragen, bevor sie etwa ein Pärchenfoto bei Facebook oder WhatsApp einstellen, sagt Jacob. Das gilt auch für Gespräche mit Freunden: Die Grenzen des Partners dürfen nicht verletzt werden. Das Gespräch sollte sich nicht um den anderen drehen, sondern konkret darum, wo man selbst ein Problem hat.

Im Streit Mitschüler aufhetzen: Bei einem heftigen Streit sollte sich das Paar lieber an enge Freunde wenden, statt die halbe Schule gegen den Partner aufzuhetzen. Ein Tag Abstand könne helfen, dass sich die Wut legt, sagt Pirk. Dann sollte das Paar über das Problem sprechen und nach einer gemeinsamen Lösung suchen. Wichtig ist, sich Zeit zum Ausprobieren zu geben und Fehler nicht als Katastrophe zu sehen. Beide sollten offen miteinander über Wünsche und Ängste sprechen und sich nicht scheuen, bei Beziehungsproblemen Rat zu holen. Helfen können nicht nur Freunde und Eltern, sondern auch Schulpsychologen, Jugendberatungsstellen, Onlineforen und die Telefonseelsorge. dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben