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„Rizzel“ dreht am Rad

Fahrradwerkstatt im Bückeburger Jugendzentrum „Rizzel“ dreht am Rad

Der Reifen ist schon wieder platt oder die Fahrradkette springt ständig ab? Bei kleineren Reparaturen muss man jetzt nicht mehr gleich in eine Fachwerkstatt fahren. Die Jugendfreizeitstätte Bückeburg bietet mit ihrer Fahrradwerkstatt „Rizzel“ nämlich die Möglichkeit, dass man seinen Drahtesel unter Anleitung und mit Hilfestellung selbst wieder in Schuss bringen kann.

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Arthur Rosenberger (rechts) und Josch Pinkenburg betreuen die Fahrradwerkstatt „Rizzel“.

Quelle: jp

Bückeburg. „Learning by Doing“ sozusagen. So spart man Geld für Reparaturen und kann nebenbei noch Tipps und Tricks zum Selbermachen bekommen.

Die Idee zur Eröffnung der Fahrradwerkstatt war Dan Bürcher, Leiter der Jugendfreizeitstätte, gekommen, nachdem immer wieder junge Besucher der Einrichtung in der Jetenburger Straße nach Werkzeug gefragt hatten, um mal eben schnell an ihrem Zweirad etwas in Ordnung zu bringen.

Vor allem die Besitzer von BMX-Rädern, die regelmäßig auf der Halfpipe auf dem Gartengelände der Jugendfreizeitstätte trainieren, waren nicht selten um ein Werkzeug verlegen, wenn es darum ging, eine abgesprungene Kette wieder fachmännisch aufzuziehen, einen Reifen zu flicken oder einen Lenker nach einem Sturz wieder in die richtige Position zu bringen.

Im Ausschuss der Stadt Bückeburg für Jugend und Familie war Dan Bürchers Konzept einer eigenen „Schrauberbude“ für die Jugendfreizeitstätte auf großen Zuspruch gestoßen. Großer Investitionen bedurfte es dafür nicht: Für ein paar Hundert Euro wurden Werkzeuge beschafft, Raum fand sich in einer Garage an der Südseite des Gebäudes, die zuvor als Lagerraum gedient hatte und flugs zur neuen Fahrradwerkstatt umfunktioniert wurde. Eingeweiht wurde das „Rizzel“ – der Name leitet sich von dem Begriff Ritzel, der Bezeichnung für ein antreibendes Zahnrad bei einer Zahnrad- oder Kettenradpaarung ab – dann am 31. Oktober zusammen mit einer Skate-Night in der Jugendfreizeitstätte.

Erste technische Hilfestellung gaben Kfz-Mechaniker Michael Striewe, der sich seit Jahren als Ehrenamtlicher in der Jugendfreizeitstätte engagiert, und Frederic Zirbes, Bundesfreiwilligendienstleister in der Einrichtung. Inzwischen führen die beiden Stammgäste Arthur Rosenberger (16) und Josch Pinkenburg (19) maßgeblich Regie in der Fahrradwerkstatt.

„Wir möchten keine profitorientierte Werkstatt betreiben, sondern Fahrradbesitzern Hilfe zur Selbsthilfe bieten“, betont Dan Bürcher. Als Konkurrenz zum Fachhandel sehe man sich auf keinen Fall, ganz im Gegenteil: „Wenn es um schwierige, komplizierte oder aufwendige Reparaturen geht, beispielsweise an einer Gangschaltung, empfehlen wir den Fahrradbesitzern sofort“, damit zu einem Fachmann zu gehen.

Auch Material und Ersatzteile gibt es im „Rizzel“ nicht zu kaufen. Die müssen, möchte jemand sein Zweirad dort in Schuss bringen, mitgebracht werden. Ein paar ganz wenige Gebrauchtteile liegen in der Fahrradwerkstatt bereit.

Reifenflicken steht am häufigsten auf der Tagesordnung der Besucher. Beleuchtung ist natürlich immer ein Thema: Arthur Rosenberger kennt so ziemlich jeden Kniff, wenn es darum geht, einen Dynamo so einzustellen, dass er auch bei Nässe vernünftig greift und dem Fahrrad somit die erforderliche Straßenverkehrstauglichkeit liefert. Und auch mit dem Einstellen von Bremsbacken kennt der 16-Jährige sich mittlerweile bestens aus.  jp, r

Offen für jedermann

Geöffnet ist das „Rizzel“, Jetenburger Straße 34, jeden Freitag von 16 bis 18 Uhr. Es steht allen Bückeburger Fahrradbesitzern kostenlos zur Verfügung. Schrauben und reparieren dürfen hier alle Fahrradbesitzer ab 14 Jahren. Jüngere Besucher benötigen eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern. Während der Öffnungszeiten ist immer einer der Betreuer der Fahrradwerkstatt anwesend, um gegebenenfalls Tipps und Hilfestellungen zu geben, wie der Drahtesel möglichst effektiv wieder in Schuss zu bringen ist. jp

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