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Student berichtet von Auslandssemester in Irland

Alles in Butter Student berichtet von Auslandssemester in Irland

Marvin Schildmeier erkundet vier Monate lang die „grüne Insel“ Irland. Sein Auslandssemester führt den Nordsehler für ein Semester in die irische Stadt Cork. Auf SNack wird er in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig von seinen Erlebnissen berichten.

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Ob Guinness, Murphy’s oder Beamish – ein irisches Bier in einem der zahllosen Pubs in Cork rundet auch jeden noch so butterreichen Tag ab.

Quelle: pr.

Was Butter und Whiskey nicht heilen, dafür gibt es keine Heilung“ – So lautet eine alte irische Weisheit, die tief in die Klischeekiste greift. Bin ich als Schaumburger, der seine Brote nicht mal mit Margarine bestreicht und lieber Hustensaft schlürfen würde, als seinen Gaumen mit Whiskey zu malträtieren, falsch im Land der Kerrygold-Butter? Oder kommt hier selbst ein „kulinarisch verwirrter Deutscher“ (Achtung – Zitat eines Iren) auf seine Kosten?

Dieser und vielen weiteren Fragen werde ich während meines viermonatigen Auslandssemesters in Cork, der zweitgrößten Stadt Irlands, auf den Grund gehen und dabei das eine oder andere Vorurteil des Guinness inhalierenden Iren hinterfragen. Doch wie das mit Stereotypen so ist, findet man auch hin und wieder ein Klischee bestätigt: So kann es etwa passieren, dass man bei einem Spaziergang durch Cork – ganz zufällig und ohne es zu bemerken – auf das Mekka irischer Buttertradition stößt: das Cork Butter-Museum. Auf zwei Etagen wird dort die Geschichte von Kerrygold nicht nur nüchtern erzählt, sondern fast schon in einen mythischen Schleier gehüllt.

Es entsteht der Eindruck, der irische Unabhängigkeitskrieg hätte niemals ohne Butter gewonnen werden können. Man beginnt zu glauben, Kerrygold habe Irland die Wirtschaftskrise überstehen lassen. Und es beschleicht einen die dunkle Vermutung, ein Butter verehrender Kult stünde nun kurz davor, den Katholizismus als Staatsreligion abzulösen. Anstatt im Chorus Ave Maria zu trällern, könnte dann in den sonntäglichen Messen Else Carlisles „Please Leave My Butter Alone“ mit dem schmeichelhaften Refrain „Nothing is better than butter“ erklingen. Sicherlich eine verführerische Vorstellung für die Leiterin meines Studentenwohnheims, die mir zur Begrüßung kein geringeres Geschenk als ein Pfund Kerrygold im Kühlschrank hinterlassen hatte.

Ob dieses gute Stück „Gold der grünen Insel“ jemals verzehrt wird, bleibt abzuwarten. Bis Weihnachten habe ich noch Zeit, bevor ich mich wieder in den Flieger setze und Cork Goodbye sagen muss.

Was ich in den nächsten Monaten so erlebe, wie mein Germanistikstudium verläuft und ob nun wirklich die konfessionelle Spaltung Irlands bevorsteht, könnt ihr regelmäßig auf SNack verfolgen. Kleiner Hinweis zur Lektüre meiner Kolumne: Bitte nicht zu ernst nehmen, oder wie die Iren sagen würden: „Come on, don’t take it too seriously.“

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