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Tipps für die passende WG

Eltern müssen draußen bleiben Tipps für die passende WG

 Ich wohne gerne in meiner WG. Wir gehen zusammen ins Kino, ins Theater oder auf den Weihnachtsmarkt. Einmal die Woche kochen wir mit der ganzen Wohngemeinschaft und veranstalten einen Spiele-Abend.

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Die Suche nach der passenden WG kann manchmal ganz schön Nerven kosten. Hat man seine Traum-Mitbewohner gefunden, zahlt sich der Aufwand aber gleich doppelt und dreifach aus.

Quelle: dpa.

Neulich haben wir einen Pizzastrudel-Zopf geflochten. Manchmal gehen wir gemeinsam einkaufen, und wenn es passt, fahren wir zusammen zur Uni. Wir gucken abends zu fünft in einem Bett „Germanys Next Topmodel“ (ja, in der WG sind auch Jungs) und machen Film-Abende. Eine WG kann wie eine nie endende Übernachtungsparty mit Freunden sein.

 Das ist aber nicht selbstverständlich. Klar, nicht jeder hat die gleichen Wünsche an eine WG. Aber täglichen Streit und Ausraster wünschen sich wohl die wenigsten. Viele Probleme lassen sich im Vorfeld umgehen, wenn man sich mit der WG, ihren Wünschen und den eigenen Erwartungen beschäftigt. Und gerade, wenn man neu in eine größere Stadt zieht, können WGs toll sein: Man hat direkt eine Reihe von Menschen um sich, mit denen man quatschen, lachen und Zeit verbringen kann. Das ist aber nicht immer so, auch in WGs kann man sich einsam fühlen.

 Damit das nicht passiert, habe ich hier ein paar Tipps für euch, die euch bei der WG-Suche und dem WG-Casting helfen können.

Die Suche : Ich fange bei der Suche an: Bewährt haben sich zum Beispiel Internetseiten wie „wg-gesucht.de“ und „studenten-wg.de“. Es macht aber ebenso viel Sinn, sich in der Facebook-Gruppe der Uni oder Fachhochschule umzusehen oder gezielt in Gruppen wie „WG/Wohnung/Zimmer in …“ nach Angeboten Ausschau zu halten.

Der frühe Vogel : Wenn euch eine Anzeige anspricht – also Zimmergröße, Preis, Lage – und die Info über die Mitbewohner mit euren Vorstellungen zusammenpassen, gilt es: Melde dich so früh wie möglich! Manche WGs bekommen so viele Anfragen, dass sie schon nach zwei Tagen nicht mehr auf die Anschreiben neuer Bewerber reagieren.

Persönliche Infos : Wenn ihr dann eure Traum-WG ausfindig gemacht habt, solltet ihr euch auch mit der ersten Kontaktaufnahme Mühe geben. Falls ihr eine Mail oder SMS schickt, schreibt unbedingt mehr als nur das typische „Wann kann ich mir die Wohnung angucken? – ihr wollt schließlich sympathisch rüberkommen. Da sind ein paar persönliche Infos angebracht. Schließlich geht es um die Menschen, mit denen ihr Kühlschrank, Bad und Co. teilen wollt.

Erstes Beschnuppern : Wenn ihr zu einem Termin eingeladen werdet, ist die erste Hürde geschafft. Jetzt kommt der wichtigste Teil: das Kennenlernen. Und das schafft ihr alleine. Mama, Papa oder die Freundin zum Casting mitzunehmen, kommt meistens nicht so gut an. Seid ihr dann in der Wohnung angekommen, geht es darum, sich gegenseitig vorsichtig zu beschnuppern und herauszufinden, wie ihr alle tickt. Besonders wichtig ist es, ob ihr euch einigermaßen wohlfühlt. Natürlich ist immer ein Schuss Nervosität mit im Spiel. Ob man sich sympathisch ist, lässt sich trotzdem ziemlich schnell feststellen. Könnt ihr euch mit den Menschen unterhalten, die da vor euch sitzen? Mögt ihr sie? Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass dieser Punkt nur wichtig ist, wenn ihr nicht auf der Suche nach einer Zweck-WG seid.

Streitpunkte : Außerdem ist es sinnvoll, sich vorsichtig an mögliche Streitpunkte heranzutasten. Kommen wir bei den Themen Putzen, Abwaschen und Ähnlichem ungefähr auf den gleichen Nenner? Auch dabei solltet ihr wissen, was euch wichtig ist. Manche stört eine unaufgeräumte Küche überhaupt nicht, für andere wäre sie ein Grund auszuziehen. Um die Haltung der WG zum Putzen zu erkennen, reicht aber meist ein Blick in die Zimmer oder die Frage, ob es einen Putzplan gibt.

Rauchen und Haustiere : Ebenso wichtig ist es, ob du oder jemand aus der WG raucht und wie ihr alle dazu steht. Haustiere sind ein ähnliches Thema. Gerade wenn du selbst welche mitbringen möchtest, solltest du nachfragen, ob man in der Wohnung überhaupt Tiere halten darf. Wenn es noch passt, bietet sich auch die Frage nach Supermärkten und Bus- oder Straßenbahnhaltestellen in der Nähe an.

Perspektivwechsel : Um auch die Seite der möglichen neuen Mitbewohner zu verstehen, hier noch einmal aus der anderen Perspektive: Als ich mit meiner WG nach einem neuen Mitbewohner gesucht habe, gab es sofort ganz viele Anfragen. Da lag es nahe, nur die einzuladen, die sich auf unsere Anzeige besonders nett und humorvoll gemeldet hatten. Beim Kennenlernen ging es uns nicht darum, dass sich jemand mit einem neuen Kühlschrank in die WG einkauft, sondern dass man sich sympathisch findet.

No-Go : Nebenbei bemerkt ist es nicht förderlich, zu einer WG-Besichtigung 20 Minuten zu früh zu kommen. Die WG hat mit hoher Wahrscheinlichkeit mehrere Leute an einem Tag eingeladen, möglicherweise sind dabei pro Person nur 20 bis 30 Minuten eingeplant. Ebenso wichtig ist es, auf keinen Fall zu lange zu bleiben. Natürlich, man möchte die anderen möglichst gut kennenlernen in der kurzen Zeit. Aber in die Zeit des nächsten Bewerbers hinein zu bleiben, ist nie gut. Dazu vielleicht noch als Tipp: Die Floskeln „Hast du noch Fragen an uns?“ und „Wir würden uns dann demnächst bei dir melden“ sind nie als Aufforderung zum Bleiben gemeint. Also: Rechtzeitig verabschieden und gehen, es sei denn, die WG möchte dich ausdrücklich noch da behalten. Wenn es dir gut gefallen hat, kannst du das auch ruhig beim Abschied noch sagen, dann ging es der WG wahrscheinlich auch so. Und auch wenn es mit der ersten Besichtigung nicht gleich klappt: Nur nicht aufgeben, das Weitersuchen lohnt sich.

Von Miriam Kodeoll

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