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Wie europäisch denkst du?

Umfrage in Schaumburg Wie europäisch denkst du?

Eine Mehrheit der Jugendlichen in Mittel- und Osteuropa steht der Europäischen Union (EU) laut einer Umfrage positiv gegenüber. Demnach trotzen gerade junge Europäer der teilweise EU-feindlichen Rhetorik ihrer Regierungen. Auch die Mehrheit der 15- bis 24-Jährigen in Deutschland (87 Prozent) bewertet die EU-Mitgliedschaft positiv. Wie sehen junge Menschen aus Schaumburg die EU?

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Quelle: dpa

Landkreis. Von Celine Prawitz und Simon Wickler

Für Idir Chadar (18) steht fest: Für „Ich empfinde die Mitgliedschaft in der EU als sehr positiv.“ Dadurch sei eine gemeinsame Bewältigung internationaler Herausforderungen möglich und jedes Mitglied könne über verschiedene Wege Hilfe von den anderen Mitgliedsstaaten erhalten. Die größte Errungenschaft der EU: „Die Öffnung der Grenzen für Bürger anderer Mitgliedsländer und die Schaffung eines Parlaments, in dem alle Mitglieder der EU über politisch wichtige Dinge diskutieren können.“ Idir persönlich ist am wichtigsten, „dass ich durch die EU mich selber weiterhin so entfalten kann, wie ich es ohne sie nicht könnte und die EU dazu beiträgt, dass ich mich wohl und sicher fühle.“ Kritisch sieht er: „Das Verhalten mancher Mitglieder bezüglich der Einwanderungspolitik und der Aufnahme von Flüchtlingen sagt mir nicht zu. An dieser Stelle sollte die EU stärker eingreifen können, um einen gemeinsamen Kurs bei solch schwierigeren Themen zu finden.“

Geschlossen als globaler Akteur auftreten

Jente Abel (18 Jahre) möchte, dass Deutschland weiterhin Teil der EU ist. „Mit dem Vertrag von Maastricht entstand auch die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und später die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik“, weiß sie. „Diese Entwicklungen sowie die Wirtschafts- und Währungsunion finde ich besonders wichtig für die EU.“ Mit Blick auf die „heutige politische Lage“ findet sie es wichtig, dass die EU als globaler Akteur und geschlossen auftritt. Sie ist der Meinung, dass die EU heute mehr Aufklärungsarbeit über sich und ihre Funktion leisten sollte, „damit einfach auch die Errungenschaften und Ziele in der Gesellschaft ankommen“.

Für Finja Seifert (18) ist die Mitgliedschaft nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich „eine große Errungenschaft“. Die durch verschiedene Abkommen geschaffene wirtschaftliche Vernetzung in der EU biete Deutschland einen großen Absatzmarkt „und steigert letztendlich auch unseren eigenen Wohlstand“, sagt sie. „Aber wir profitieren nicht nur von der Wirtschaftsstärke, auch in sozialen Aspekten ist die Mitgliedschaft in der EU ein großes Plus.“ Sie fördere den Zusammenhalt der einzelnen Länder Europas, woraus sich gegenseitige Unterstützung, Sicherheit, Toleranz und ein Identifikationsgefühl ergeben. „Man fühlt sich zugehörig zu etwas Großem und verbunden mit vielen unterschiedlichen Menschen“, meint Finja. Und auch, weil man von anderen Ländern noch so viel lernen könne, würde die 18-Jährige einen Austritt Deutschlands aus der EU „auf jeden Fall ablehnen“.

Die unvollständige Union

Außer den wirtschaftlichen Vorteilen hält sie die gesellschaftliche Vernetzung, Toleranz und den kulturellen Austausch für ein Ergebnis der Europäischen Union. „Klar kann dies auch ohne Mitgliedschaft in der EU stattfinden, jedoch wird all jenes durch die Zugehörigkeit zu einer großen Gruppe bestärkt. Mir persönlich ist dabei besonders die Freiheit, aber auch das Reisen wichtig.“ Als negativen Aspekt nennt sie das Fehlen einiger Länder Europas in der EU. Dadurch erscheine die Union „unvollständig“. Außerdem sei die Sorge um nationale Unabhängigkeit teilweise berechtigt, was aus Finjas Sicht wohl auch zum Brexit geführt habe.

Marco Brudy (17) hält den Zusammenhalt innerhalb der EU besonders mit Blick auf die „eventuell bevorstehenden schweren Zeiten (siehe Trump, Erdogan, nationalistiches Denken in mehreren Ländern)“ für wichtig. Er kann sich allerdings vorstellen, dass der Brexit nicht der letzte Austritt war. „Dann hätte die EU für Deutschland auf lange Sicht eher weniger Sinn.“

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