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Anschluss an Mittelzentren ist das Ziel

Arbeitskreis Seniorinnen und Senioren Anschluss an Mittelzentren ist das Ziel

Der Oktober-Termin des Arbeitskreises Seniorinnen und Senioren der VHS in der „Alten Polizei“ in Stadthagen ist einmal mehr dem ÖPNV gewidmet gewesen.

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Die Veranstaltung zum ÖPNV war sehr gut besucht. Vorn rechts sitzt Referent Knut Utech.

Quelle: goe

Von Doris Goerges

Das Thema scheint zunehmend an Interesse zu gewinnen, denn der Zulauf war so groß wie noch nie. Diplom-Geograf Knut Utech vom Landkreis informierte die Anwesenden zunächst über die derzeitige Situation, die Planungsperspektiven und Möglichkeiten. Er machte deutlich, dass der Landkreis zwar Aufgabenträger sei, sich aber mit den Verkehrsunternehmen abstimmen müsse.

 „Wir müssen mit vielen Beteiligten kooperieren, die wir alle eingebunden haben. Die Landesnahverkehrsgesellschaft muss alles genehmigen, was mit dem ÖPNV zu tun hat. Die praktische Umsetzung geschieht durch die Betriebe. Wir müssen also Kompromisse finden“. Ganz neu sei die Umsetzung der vollständigen Barrierefreiheit an allen Haltestellen. „Hier geht es um ein einklagbares Recht, das mit intelligenten Verkehrssystemen auch machbar ist. Durch den demografischen Wandel wird sich in den nächsten 30 Jahren viel ändern. Schulen, Nahversorgung und die Lebenswelten älterer Menschen müssen berücksichtigt werden.“ Utech wies auf das jetzt vorliegende Jung-Gutachten hin. Ein starker Bevölkerungsrückgang ist danach im südlichen Niedersachsen zu beobachten. Schaumburg gehört zum Abnahmebereich. Zunahmen verzeichnen Gebiete mit gutem Wirtschaftswachstum; sie haben auch höhere Geburtenraten.

 Schaumburgs Einwohnerzahlen werden von 166.000 auf 136.000 Einwohner sinken. Das muss für die Zukunft des ÖPNV berücksichtigt werden. „Jetzt werden die Busse durch den Schülertransport finanziert. Das wird um 40 Prozent zurück gehen. Wir brauchen zwar die gleiche Anzahl Busse, aber die sind nicht mehr so voll. Wir müssen schon heute durch IGS und Ganztagsbetreuung viel mehr An- und Abfahrten organisieren.“ Die Personenzahl, die nicht mehr über einen eigenen Pkw verfügt, werde steigen. Bis 2020 werde es 1000 offene Hausarztstellen in Niedersachsen geben. „Die Praxen werden sich in den Zentren ansiedeln. Auf dieser Grundlage muss ein Plan für die nächsten zehn bis 15 Jahre erstellt werden. Wir müssen der Bevölkerung ermöglichen, in die Zentren zu kommen. Wir haben vier Mittelzentren, nämlich Bad Nenndorf, Stadthagen, Bückeburg und Rinteln. Jeder Ort muss verkehrsmäßig an ein Mittelzentrum angeschlossen werden. Wir wollen flexible Bedienungsformen mit telefonischer Anmeldung einrichten.“

 Kreisweit gebe es schon einige Angebote mit unterschiedlichen Kooperationsformen. Der Bürgerbus Niedernwöhren arbeite ehrenamtlich, werde vor Ort organisiert, und der Landkreis zahlt Zuschüsse. „Er ist das Leuchtturmprojekt des Landkreises, erfordert aber hohes ehrenamtliches Engagement. Man kann mit Taxen oder Taxizentralen kooperieren. Die SVG überlegt ebenfalls in diese Richtung. Kleinere Busse sind denkbar.“

 Rodenberg habe ein Anrufauto, das von Haus zu Haus befördert und von der Gemeinde finanziert werde. Es sei immer noch billiger, Menschen in ein derartiges System einzubinden, damit sie zu Hause leben können, als die Unterbringung im Altersheim. „Diese vielen Bedarfsverkehre müssen in einer Mobilitätszentrale unter einem Dach und einer Rufnummer zusammengefasst werden,“ führte Utech aus.

 Das Projekt Nahverkehr auf der Schiene gestalte sich sehr schwierig, da auch die privaten Gesellschaften eingebunden sind. „Wir sind in Verhandlungen und hoffen, bald etwas veröffentlichen zu können. Ich möchte aber der Politik nicht vorgreifen,“ verwies der Referent auf die Zuständigkeiten.

 Die Anwesenden waren sich einig, dass eine Einbindung in den Nahverkehr nach Hannover der Region im Hinblick auf die demografische Entwicklung eine Menge bringen würde. „Der ÖPNV im Bundesbereich muss umgestaltet werden. Die Bedarfsverkehre im ländlichen Bereich müssen bezuschusst werden, und die Schülerbeförderung muss funktionieren. Aber ohne die Politik geht nichts,“ beendete Utech seine Ausführungen.

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