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Jugend in der Nachkriegszeit

Schaumburg Jugend in der Nachkriegszeit

Heute, wo wir in unserem Alter fast alle selbst Großeltern sind, erinnern wir uns gern an unsere Jugendzeit. In Beckedorf im ehemaligen Landkreis Grafschaft Schaumburg sind wir in der Nachkriegszeit aufgewachsen.

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Von Werner Amelung

Der Nachbarort Lindhorst im ehemaligen Landkreis Schaumburg-Lippe war für uns schon „feindliches Ausland“. Die Grenze verlief kurz hinter dem Beckedorfer Schacht – von uns aus gesehen.

Die Eltern und Großeltern, mit denen wir gemeinsam in unserem Haus wohnten, waren unsere Vorbilder und haben uns nach den traditionellen deutschen Werten wie sparsam, fleißig, höflich, sauber und ordentlich erzogen. Obwohl wir viel in Feld, Garten und im Haus mithelfen mussten, haben wir doch eine herrliche Jugendzeit erlebt. Die Wiesen und Felder, der nahegelegene Beckedorfer Wald und der Fußballplatz waren in der Freizeit und mit vielen Freunden unser Zuhause.

Aber zu den Mahlzeiten mussten wir alle pünktlich zu Hause sein, sonst wurden wir bestraft. Besonders gern haben wir unseren Großvater bei seiner Arbeit als Schrankenwärter besucht. Ein Schrankenwärter ist ein Bahnbeamter, der bei Herannahen eines Zuges den Bahnübergang schließt und nach Durchfahrt des Zuges wieder öffnet. Heute werden die Bahnübergänge meistens von Stellwerken aus bedient oder wurden durch Unter- oder Überführungen ersetzt.

Wir kommen aus einer Eisenbahner-Familie, der Großvater, Vater, seine beiden Brüder und auch meine beiden älteren Brüder waren alle Eisenbahner. Der Arbeitsplatz unseres Großvaters war der damals noch beschrankte Bahnübergang zwischen Beckedorf und Ottensen. Später wurde auch dort eine Überführung über die vielbefahrene Bahnstrecke Hannover-Minden gebaut. Dabei wurde auch das Bahnwärter-Haus abgerissen. Von dort wurde außerdem ein weiterer Übergang, der etwa tausend Meter östlich lag, bedient.

Dieser Übergang für die Landwirtschaft war im Normalfall geschlossen und wurde nur nach Klingelzeichen geöffnet und danach sofort wieder geschlossen. Die herannahenden Züge wurden telefonisch oder durch Klingelzeichen angekündigt. Mit einer Handkurbel wurden die Schranken geschlossen und nach der Durchfahrt des Zuges wieder geöffnet. Es war für uns ein besonderes Ereignis, wenn wir unter dem wachsamen und strengen Blick des Großvaters die Schranken betätigten. Dabei durften wir auch manchmal seine Eisenbahner-Mütze aufsetzen. Sie war uns natürlich viel zu groß.

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