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Wiedensahl: Bemerkenswerte Chronik

100 Jahre Feuerwehr auf 144 Seiten

Wiedensahl. Das 100-jährige Bestehen der Feuerwehr Wiedensahl ist bereits ausgiebig gefeiert worden. Damit dieser Anlass und die Geschichte der Brandschützer im Busch-Dorf aber auch für die Nachwelt archiviert werden, hat der freie Journalist Matthias Blazek eine Chronik verfasst – eine bemerkenswerte Chronik.
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Dieses Bild aus dem Jahr 1924 ist in der Wiedensahler Feuerwehr-Chronik enthalten.

144 Seiten umfasst das Werk, das im schwarzen Hochglanz-Umschlag daherkommt. Es blickt auf die 100 Jahre des Bestehens der Ortswehr zurück und leistet dabei aber noch viel mehr. Blazek hat beispielsweise auch die Entstehungsgeschichte des Feuerlöschwesens in Wiedensahl skizziert – als Ausgangspunkt hat der Autor das Jahr 1678 gewählt, als die erste Brandschutzverordnung für das Celler Land und die Grafschaft Hoya formuliert wurde.

Minutiös beschreibt Blazek, wie sich das Feuerwehrwesen im Busch-Dorf Schritt für Schritt entwickelte. Über Ereignisse wie das Anschaffen der ersten „Feuerspritze“ im Jahr 1827, die Feuersbrunst von 1850 und den Erlass der ersten Feuerlösch-Ordnung der Gemeinde Wiedensahl im Jahr 1873 führt der Autor den Leser zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr am 22. Januar 1909.

Auch das Kapitel Drittes Reich lässt Blazek nicht aus, sondern stellt sich der Aufgabe, diese Phase darzustellen, als aus der Feuerwehr die „Feuerlöschpolizei“ wurde und nur Mitglieder gemäß der Rassenideologie des NS-Regimes mitwirken durften. Schluss war seinerzeit auch mit dem Prädikat „freiwillig“ – die Feuerwehr wurde zur Pflicht und straff, beinahe militärisch durchorganisiert.

Für diese offene Herangehensweise und den Mut, den heiklen Abschnitt nicht links liegen zu lassen, hat Blazek Anerkennung aus berufenem Munde erhalten. Abt Horst Hirschler lobte diesen Aspekt der Chronik ausdrücklich bei der Eröffnung der Feuerwehrausstellung im „Alten Pfarrhaus“. Auch an anderen Beispielen zeigt sich, dass die Chronik zwar die Feuerwehrhistorie von Wiedensahl erzählt, eigentlich aber ein nahezu vollständiges Geschichtsbuch des Ortes ist, dem die Feuerwehr als Leitfaden dient.

Blazek sagt, dass der besondere Reiz an der Aufgabe gewesen sei, eine Feuerwehr zu portraitieren, die im Kaiserreich entstanden ist. Allzu viele gibt es davon nicht in der Umgebung. Rodenberg und Rinteln sind Beispiele. Außerdem hat der Autor mit dem 144-Seiten-Werk ein Versprechen eingelöst, dass er dem einstigen Brandmeister Heinrich Horstmann gegeben hatte. Horstmann ist mittlerweile verstorben. Das Versprechen ist dennoch eingelöst worden.

Nicht nur der Abt aus Loccum hat Gefallen an dem Buch gefunden. Das Fachmagazin des Landesfeuerwehrverbands widmete der Chronik eine dreiseitige Präsentation. Außergewöhnlich professionell wirkt das Werk schon deshalb, weil es am Schluss mit einem Ortsregister ausgestattet ist. Es beinhaltet etliche Fotos – unter anderem Portraits aller Brandmeister. Dazu kommen so genannte „Bestandslisten“, die die Namen der Feuerwehrkameraden von früher und heute beinhalten. Darüber hinaus hat der Verfasser alte original-Dokumente aus dem Feuerwehrwesen abgedruckt.

Der Stellenwert der Schrift ist außerdem daran abzulesen, dass es sich um ein Buch mit internationaler Bestellnummer (ISBN) handelt. Diese lautet ISBN-13: 978-3-00-024676-0 und ermöglicht es Interessierten, die Chronik von jeder Buchhandlung aus zu bestellen. Vor Ort gibt es die Chronik aber auch zu kaufen. Beispielsweise im Wiedensahler Dörpcafé, im Heimatmuseum, bei „T&T Unikat“ und in Niedernwöhren beim Bastelladen „Gänseblümchen“. Der Preis beträgt sieben Euro. gus


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