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Ärger um Flüchtlingsunterbringung

Wendthagen Ärger um Flüchtlingsunterbringung

Die Unterbringung von Flüchtlingen hat in Wendthagen für Ärger gesorgt. Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller beklagt die unzureichende Informationspolitik des Landkreises.

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In diesem Haus an der Wendthäger Brinkstraße sollen bis zu 20 Flüchtlinge untergebracht werden. 

Quelle: rg

Wendthagen. In einem Mehrfamilienhaus an der Brinkstraße hat der Landkreis vier Wohnungen angemietet, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Nach Auskunft von Kreispressesprecher Klaus Heimann sollen dort insgesamt 20 Personen Platz finden. Bislang sind in dem Haus zwei Wohnungen belegt, eingezogen sind eine vier- und eine fünfköpfige Familie. Beide kommen aus dem Kosovo.
„Es handelt sich ausdrücklich nicht um ein Flüchtlingsheim“, betonte Heimann, „sondern es sind voneinander getrennte, abgeschlossene Wohnungen.“ Eine Begleitung der Flüchtlinge durch Sozialarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) sei gleichwohl gewährleistet.
Wie Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller auf Anfrage mitteilte, habe es in der Nachbarschaft „hochgradige Verärgerung“ gegeben über eine unzureichende Informationspolitik des Landkreises. „So wie das gelaufen ist, war das unglücklich für alle Beteiligten.“
Erst relativ kurzfristig habe sie erfahren, dass die Wohnungen zum Zwecke der Flüchtlingsunterbringung angemietet worden sind. Das habe sie öffentlich zumindest noch auf einer DRK-Versammlung bekanntgeben können, sagte Koller. Ganz knapp vor dem ersten Einzug habe sie aber erst von der Kreisverwaltung erfahren, wer in die Wohnungen einziehen soll, berichtete Koller. Das habe sie in der Kürze der Zeit in der Nachbarschaft nicht mehr kommunizieren können.
Dass Anmietung und Belegung in diesem Fall „sehr schnell gegangen sind“, bestätigte Heimann. Der Landkreis müsse dies aber so praktizieren können, „damit wir eine Chance haben, die Situation zu bewältigen“. Der Druck, Wohnungen für Flüchtlinge zu finden, sei weiterhin ungemein groß. Heimann dazu weiter: „So leid es mir tut, wir können da auf gewisse Befindlichkeiten in der Nachbarschaft keine Rücksicht nehmen – wir müssen die Flüchtlinge nun mal unterbringen.“
Wer genau zugewiesen werde, erfahre die Kreisverwaltung selber von der zuständigen Landesbehörde in aller Regel sehr kurzfristig vor Ankunft der Flüchtlinge. „Und wir können Informationen erst vor Ort weitergeben, wenn wir sie selber haben“, betonte Heimann. Die Kommunikation passiere so zeitnah wie möglich. In diesem Fall sei das erst sehr kurzfristig gewesen.
Die Awo sei bemüht, die jeweilige Nachbarschaft so unmittelbar und so genau wie möglich über Zuzüge von Flüchtlingen zu informieren, versicherte Flüchtlingsberater Stephan Hartmann. Doch in diesem Fall „ging das alles so schnell über die Bühne, da konnten wir nicht mehr agieren“. Selbstverständlich stehe die Awo allen Interessierten als Ansprechpartner zur Verfügung.
Als ernsthaftes Problem scheint sich bereits zu erweisen, wie abgelegen die Flüchtlingswohnungen in Wendthagen liegen: Aus eigener Kraft kommen die Bewohner nämlich nicht in die Stadtmitte. Wie Nachbarn berichteten, werden diese von den Flüchtlingen wiederholt gebeten, sie mit in die Stadt zu nehmen. ssr

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