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Bei den Kobolden an der Schwefelquelle

Ortsspaziergang durch Obernwöhren Bei den Kobolden an der Schwefelquelle

Auf den ersten Blick bleiben sie womöglich verborgen – die besonderen Plätze, die idyllischen Höfe, die grünen Oasen in Obernwöhren. Für unseren SN-Ortsspaziergang haben wir uns mitten rein gewagt und einen Blick in das Dorfleben erhascht. Ortsvorsteher Andreas Ahnefeld hat die SN begleitet.

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In Obernwöhren wohnen Kobolde an der Schwefelquelle im Wald und Hasen kreuzen den Weg von Wanderern.

Quelle: TBH

OBERNWÖHREN. Wer mit dem Auto auf der Kreisstraße An der Bornau in Richtung des Bückebergs fährt, sieht die versteckte Einfahrt wenige hundert Meter nach dem Ortseingang kaum. Biegt man jedoch in den schmalen Schotterweg hinter den großen Hecken ab, erwartet einen die wahre Pracht des Dorflebens. Auf der Auffahrt scheucht das Knirschen der Reifen die Vögel auf. Das weiträumige Gelände mit dem großen Hof in Mitten von Feldern ist an ländlicher Idylle kaum zu überbieten. Sogar einen eigenen kleinen Teich hat Ortsvorsteher Andreas Ahnefeld vor der Haustür. Doch das sind längst nicht alle Sehenswürdigkeiten in dem lang gestreckten Ort mit etwa 520 Einwohnern.

Der große Teich auf dem früheren Forellenhof An der Bornau ist ein beliebter Anglertreffpunkt. „Im Sommer hängt alle zehn Meter eine Angel im Wasser“, sagt Ahnefeld. Aber auch diejenigen, die nicht selbst angeln, müssen in Obernwöhren nicht auf frischen Fisch verzichten. Die ehemalige Pizzeria in dem alten Fachwerkhaus auf dem Forellenhof stehe zwar mittlerweile leer, aber im Hofladen gibt es geräucherte Aale und Forellen aus eigener Zucht.
Hoch hinaus geht es auf dem Flugplatz. Dort starten zwar keine Passagiermaschinen, aber bei gutem Wetter verlassen regelmäßig die Modellflugzeuge der Modellsportgruppe (MSG) Minimoa die Start- und Landebahn in Obernwöhren.

Einen Dorfmittelpunkt wie die einstige Gaststätte „Ölkrug“, wo Familienfeste gefeiert wurden, oder der Tante-Emma-Laden, wo die Kunden gerne mal beim Einkaufen einen Plausch hielten, sind verschwunden. „So einen Treffpunkt gibt es leider nicht mehr“, bedauert der 33-jährige Ortsvorsteher.

Heute begegnen sich die Dorfbewohner bei einer Runde Boule auf der Bahn neben dem Feuerwehrgerätehaus oder bei einem Spaziergang im Wald, wo die Kobolde ihr Lager aufgeschlagen haben. Denn außer der Grundschule und dem Kneipp-Kindergarten gibt es in Obernwöhren auch eine Außenstelle der Pützelzwerge. Die Mädchen und Jungen aus dem Waldkindergarten haben es sich auf einer Lichtung gemütlich gemacht, wo sie unter den Baumkronen spielen und sich in der Natur austoben können. Auch hat Obernwöhren einen eigenen Friedhof samt Kapelle.

Wasser mit heilenden Kräften

Unweit vom Bauwagen des Waldkindergartens treffen Wanderer auf die Schwefelquelle – das Wasser ist zwar nicht besonders schmackhaft, ihm werden aber heilende Kräfte zugeschrieben. Frisch gestärkt können sich Wanderer von dort aus durch den Schaumburger Wald auf den Weg zum Forsthaus Halt machen. Wer lieber auf das Fahrrad steigt, kann die Ruhe der Natur bei einer Tour entlang der Felder und Wiesen genießen. „Früher gab es hier recht viele Bauernhöfe“, erinnert sich Ahnefeld, dessen Eltern auch einen landwirtschaftlichen Betrieb besaßen. Heute gibt es bis auf einen Schweinemastbetrieb keine Tiere mehr auf den alten Bauernhöfen.

Die ländliche Idylle mit einem unverstellten Blick über die Landschaft am Fuß des Bückeberges ist aber geblieben. In Obernwöhren grasen jetzt zwar keine Kühe mehr, dafür stehen aber die Pferde auf der Wiese und wer ganz aufmerksam ist, kann auch Hase und Fuchs entdecken, die sich am Waldrand gute Nacht sagen.  tbh

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