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Stadthagen Ortsteile Bewegung an der Bergkette
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Ortsteile Bewegung an der Bergkette
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09:23 08.06.2018
Für Fußgänger und Radfahrer soll die Bergkette durch die Baumaßnahmen sicherer werden. Quelle: geb
Reinsen/Obernwöhren

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln ist federführend bei Planung und Bau, die Kosten werden aktuell bei rund drei Millionen Euro veranschlagt, wie Geschäftsbereichsleiter Markus Brockmann mitteilt.

Einen ersten Entwurf vom beauftragten Planungsbüro Kirchner aus Stadthagen hatte die Landesbehörde den Anwohnern schon vorlegen können. Für die Reinser Ortsvorsteherin Ute Hartmann-Höhnke ist die Maßnahme überfällig. „Ich kämpfe seit Jahren für die Anlage eines Gehweges. Die Verkehrssicherheit für Fußgänger ist momentan einfach nicht gegeben.“ Dafür werden allerdings einige Anlieger, wie auch die Ortsvorsteherin selbst, etwas von ihrem Grund und Boden abtreten müssen. „Wir wollen eine Mindestbreite der Straße von sechs Metern erreichen“, sagt Brockmann. Wegen des komplizierten Geländes an der Bergkette gestalte sich dieses Unterfangen aber nicht ganz einfach und könnte einige Stützmauern entlang der Straße nötig machen. „Wir versuchen bei der Planung, dem Wunsch der Anlieger nachzukommen, den Grunderwerb zu reduzieren“, kündigt Brockmann an.

Entwässerung mit der Stadt regeln

Ein weiteres großes und nicht minder komplexes Thema ist das Oberflächenwasser. „Die Anwohner klagen schon länger über geflutete Keller bei starkem Regen. Die Straßengräben reichen nicht aus“, so Hartmann-Höhnke. Laut Brockmann sei das alte Kanalsystem in der Straße nur teilweise bekannt und es müsse noch recherchiert werden, wo die Leitungen im Boden verlaufen. Ähnlich wie beim Fußweg innerorts, sei hier auch die Stadt Stadthagen mitverantwortlich. Zwei Varianten skizziert Brockmann: Entweder könne die Landesbehörde selbst die Entwässerung der Straße bis zum nächsten großen Vorfluter gewährleisten oder es werde eine Vereinbarung mit der Stadtverwaltung getroffen, die städtischen Kanäle mit zu nutzen und pro laufenden Metern einen Zuschuss zu entrichten.

Ein Anwohner am östlichen Ortseingang vermutet, dass Altlasten im Boden einen Einfluss auf den aktuellen Entwurf hatten. „Bis in die siebziger Jahre gab es eine Mülldeponie östlich des Ortseingangs an der Südseite der Straße, die jetzt zugeschüttet und überwachsen ist“, sagt Pedro Barahona de la Fuente. Nach seiner Auffassung könne der Fußweg daher nur auf der dichter besiedelten Nordseite und somit auf Kosten der Privatgrundstücke angelegt werden. Weil nahe seiner Adresse zudem eine Verkehrsinsel mit Querungshilfe vorgesehen sei, müsse er umso mehr Quadratmeter einbüßen.

Alternativen entwerfen

Den Hinweis auf diese Deponie – laut Landkreis eine rekultivierte Hausmüllhalde in einem alten Sandsteinbruch – habe die Landesbehörde schon bekommen, wie Sprecherin Uta Weiner-Kohl erklärt. „Diese hat aber nichts mit der aktuellen Planung zu tun. Es werden noch Alternativen erarbeitet und auch die Verkehrsinsel könnte weiter in den Ort hinein verlegt werden.“ Noch in diesem Sommer solle das Konzept stehen.