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Erneuerung der L 444: Reinser sind genervt

Sanierung sorgt für Diskussionen Erneuerung der L 444: Reinser sind genervt

Mit gemischten Gefühlen schauen die Reinser dem Ausbau der Landesstraße 444 entgegen. Einerseits sind die Anwohner froh, dass die Straße endlich erneuert wird, andererseits ziehen Bauarbeiten auch Verkehrsbehinderungen nach sich.

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Der erste Bauabschnitt der Erneuerung der L 444 beginnt im Oktober. 

Quelle: rg

Stadthagen. Nicht verwunderlich, dass bei einem von der Ortsvorsteherin Ute Hartmann-Höhnke initiierten Informationsabend die Stimmung unter rund 40 Gästen brodelte. Vor allem die Erfahrungen mit dem Ausbau der Kreisstraße 30 zwischen Reinsen und Heuerßen haben offenbar Spuren hinterlassen: „Wenn man sieht, wie wir da veräppelt wurden“, sagte ein verärgerter Gast aus dem Publikum. Und auch Nicolaus von Schöning vom Rittergut Remeringhausen machte seinem Ärger Luft: „Wären die Mitarbeiter der Baufirma nicht so kooperativ gewesen, wäre den Gewerbetreibenden an der K 30 sicherlich großer Schaden entstanden.“

Die Sorgen der betroffenen Firmen fanden bei Engelbert Geers von dem vergangene Woche beauftragten Bauunternehmen Matthäi Gehör. Grundsätzlich warnte er davor, einfach einen der Bauarbeiter vor Ort zu fragen, ob eine Straße trotz Sperrung befahren werden könne. Im Gegenzug bot er an, sich mit den ansässigen Unternehmern „ins Benehmen zu setzen“, um zum Beispiel Termine bei der Planung berücksichtigen zu können. Er fügte jedoch auch gleich hinzu, „keine Garantie“ geben zu können.

Auch Mathias Schmidt und Anne Hanus von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, die das Vorhaben erläuterten, standen den Anliegern Rede und Antwort. Geplant ist, die L 444 in drei Abschnitten zu erneuern. Baubeginn soll am 5. Oktober sein. Das Problem: Die komplette Baumaßnahme wird unter Vollsperrung durchgeführt. Ein Umstand, der einige Anwohner verärgert.

„Wieso reicht eine halbseitige Sperrung nicht aus?“ und „Warum wird nicht auch nachts gearbeitet?“ lauteten die Fragen aus dem Publikum. Die Straße sei einfach zu schmal, erklärte Schmidt. „Ob eine halbseitige Sperrung reicht, ist nicht von der Kommune abhängig, sondern davon, ob ein gewisser Sicherheitsabstand eingehalten werden muss“, stellte Geers klar. Und für so eine „kleine Maßnahme“ auch nachts zu arbeiten, würde die Kosten um das Dreifache erhöhen.

Aus den Reihen der Anwesenden kam auch die Frage nach Sanktionen für das Bauunternehmen auf, falls die Arbeiten nicht wie geplant im Oktober 2016 fertig werden. „Vertragsstrafen gibt es nicht“, sagte Hanus. Die Verkehrsbehörde lege zwar den Zeitrahmen fest, sollte der überschritten werden, müsse das Bauunternehmen die Mehrkosten tragen.
Derzeit wird laut Schmidt in Abstimmung mit der Baubehörde des Landkreises ein Umleitungskonzept erstellt und anschließend in der Presse bekannt gegeben. tbh

Drei Bauabschnitte

Die Fahrbahn auf der Landesstraße 444 in Reinsen soll bis Oktober 2016 auf einer Länge von 1,35 Kilometern und mit einer Breite von sechs Metern erneuert werden. Die Kosten belaufen sich nach Auskunft der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf rund 1,8 Millionen. Geplant ist, den ersten Bauabschnitt – von Blyinghausen bis hinter die Einmündung zur Kreisstraße 30 – noch dieses Jahr fertigzustellen, damit im Zuge des 2+1-Ausbaus der Bundesstraße 65 nächstes Jahr der Umleitungsverkehr in einer Einbahnregelung über die K 30 geführt werden kann.

Ein genauer Zeitplan für den zweiten Abschnitt (bis zur Einmündung der L 447/An der Bergkette) sowie dem dritten Teilstück (bis hinter der Einmündung zur L 454) liegt noch nicht vor. Innerorts wird ein Geh- und Radweg mit einer Breite von 2,5 Metern angelegt. Außerorts soll dieser auf der Südseite mit einer Breite von zwei Metern fortgesetzt werden. Die Vorfahrtsregelung an dem Knotenpunkt L 444/L 454 soll im Zuge dessen zugunsten der L 454 geändert werden. tbh

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