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Flüchtlinge in Wendthagen gut aufgenommen

„Nachbarn sehr zugewandt“ Flüchtlinge in Wendthagen gut aufgenommen

Flüchtlingsberaterin Susanne Schulz hat sich erfreut gezeigt. Die Nachbarn der in einem Haus an der Wendthäger Brinkstraße untergebrachten Flüchtlingsfamilien sind den neuen Bewohnern gegenüber „sehr zugewandt“, berichtete die Awo-Mitarbeiterin in der jüngsten Sitzung des Ortsrates.

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Wendthagen (ssr). Direkt nach Einzug der Flüchtlinge Ende April hatte es im Umfeld Kritik gegeben an der Informationspolitik der Kreisverwaltung. Viel zu spät seien Informationen über die neuen Nachbarn geflossen, hatte es geheißen. Mit der Aufgabe, die Nachbarschaft einzuweihen, hat die Kreisverwaltung die Awo-Flüchtlingsberatung betraut.
Sehr kurzfristig sei die Anmietung der Wohnungen und der Einzug der Flüchtlinge damals passiert, sagte Schulz: „Ich habe die Wohnung auch erst drei Tage vor Bezug gesehen.“ Zusätzlich sei sie genau in diesem Zeitraum für einige Tage krankheitsbedingt ausgefallen.
Als sie wenig später Nachbarn aufsuchte, habe sie dort „eine gegenüber den Flüchtlingen sehr positive, offene Einstellung angetroffen“. Das habe in der Folgezeit durch viele Hilfsleistungen Ausdruck erhalten. „Nachbarn haben Fahrräder, Bettwäsche und Dinge wie einen Schnellkochtopf zur Verfügung gestellt“, erzählte die Flüchtlingsberaterin.
Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller ergänzte, dass der TSV Eintracht Bückeberge signalisiert habe, „die Jungs der Familien in die Fußballteams integrieren zu wollen“. Auch die örtliche Jugendfeuerwehr zeige Interesse, den Nachwuchs der Flüchtlinge in den eigenen Reihen willkommen zu heißen.
In der Ortsratssitzung gab es auch kritische Anfragen. Eine Nachbarin berichtete, die Flüchtlingsfamilien würden sehr langfristige Besuche bekommen: „Es sind manchmal mysteriöse Leute da“. Schulz versicherte, Kreisverwaltung und Awo hätten ein Auge darauf, „dass da nicht mehr Leute dauerhaft wohnen als angemeldet sind“. Das Recht Besuch zu empfangen hätten die Flüchtlinge freilich.
CDU-Fraktionschef Jörg Ostermeier stellte den Begriff Wirtschaftsflüchtlinge zu Diskussion. „Dieser geistert hier herum.“ An der Brinkstraße würden Menschen aus Mazedonien und dem Kosovo leben. „Das sind keine Kriegsländer aus denen ich flüchten muss“, fügte er hinzu. Schulz dazu: „Es steht mir nicht zu, zwei unterschiedliche Sorten von Flüchtlingen zu unterscheiden.“ Sie habe sich um die Menschen zu kümmern, die hier ankommen.
Schulz berichtete, in Stadthagen gebe es mittlerweile sieben Übergangseinrichtungen für insgesamt 129 Personen. Aktuell belegt seien 110 Plätze. Die Flüchtlinge kommen aus zwölf Ländern. Kreisweit werden im laufenden Jahr noch 480 Flüchtlinge erwartet.

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