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Kindheitstraum für Kiste Bier verwirklicht

Stadthagen Kindheitstraum für Kiste Bier verwirklicht

Dennis Dreyer hat sich einen Kindheitstraum erfüllt. Der 29-jährige Krebshäger sammelt alte Holder-Trecker, „die eine besondere Geschichte haben“. Sein ältestes Sammlerstück erfüllt dieses Kriterium auf unglaubliche Weise.

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Dennis Dreyer auf dem Holder-Schlepper aus dem Jahr 1966, den er immer noch für den Kartoffelanbau einsetzt.

Quelle: ber

Stadthagen. Der Holder Einachs-Schlepper EB9, Baujahr 1949, hat bereits seinem Uropa gehört. 1966 gab der Landwirt die Maschine in Zahlung. Von da an begann die Odysee des Schmuckstücks über Wiedensahl und Wunstorf bis nach Müsing, bis ein Kasten Bier dafür sorgte, dass der Schlepper seinen Weg zurück nach Hause fand.

„Ich habe von einem Bekannten erfahren, dass ein alter Holder angeboten wird – für eine Kiste Bier“, erzählt Dreyer. Als er Fotos des Schleppers mit alten Aufnahmen des Familientreckers verglich, entdeckte er die Ähnlichkeit. „Die Fahrgestelltnummer hat dann Gewissheit gebracht.“

Nach und nach möbelt Dreyer den kaputten Schlepper wieder auf, zum Teil auch mit Hilfe von Spezialfirmen. Das Geld, mehr als 1400 Euro hat er bereits in die Reparatur gesteckt, ist für Dreyer gut investiert. „Das war die erste Maschine unserer Familie.“

Neben dem Oldtimer von 1949 steht auch noch der Nachfolger von 1966 und ein 64er- Holder in der Garage von Dreyer. „Den habe ich von einem Bekannten aus Reinsen gekauft, der sich mit meinem Opa früher einen Wettstreit geliefert hat, wer am besten Pflügen kann“, erinnert sich Dreyer.

Überhaupt seien die Holder eng mit seiner Kindheit verknüpft. „Ich saß von kleinauf auf den Treckern.“ 1992 gaben seine Großeltern den Hof auf, verkauften einen Großteil der landwirtschaftlichen Flächen. Denn ihr Schwiegersohn, Dennis Dreyers Vater, wollte die Nachfolge nicht antreten. „Ich hätte es gerne gemacht, aber ich war da noch zu klein“, bedauert Dreyer.

Allerdings sei der Hof auch zu klein gewesen, um im Haupterwerb davon leben zu können. Die Holder-Schlepper seien damals gebaut worden, damit kleine Bauernhöfe, die sich keinen richtigen Trecker leisten konnten, trotzdem auf Pferd oder Ochse bei der Arbeit auf dem Acker verzichten konnten.

Heute nutzt Dreyer den 66er-Holder für seine Arbeit als freiberuflicher Landschaftspfleger und für die Kartoffelernte. Denn auf einem kleinen Feld lebt Dreyer seinen Kindheitstraum weiter. Er hat zwar auch einen neuen, großen Trecker, aber der Holder sei bei der Kartoffelernte immer noch gut zu gebrauchen. „Der ist schonender für die Pflanzen und den Boden. Und der Dieselverbrauch ist auch niedriger“, schmunzelt der 29-Jährige. Am Tag verbraucht der Holder fünf Liter, ein moderner Trecker braucht das Zehnfache. Allerdings ist dafür auch Geduld gefragt. Nur 0,5 Hektar Ackerfläche schafft der 9,5 PS starke, 500 Kilogramm schwere Holder am Tag. Für einen hauptberuflichen Landwirt heute undenkbar. „Das ist heute viel hektischer geworden“, meint Dreyer.

Doch mit Rationalität hat die Leidenschaft von Dreyer für die alten Landmaschinen sowieso nichts zu tun. „Mit Holder habe ich mir eine Seuche eingefangen. Da steckt mein Herzblut drin.“ Auf die Frage, ob er seine Sammlung erweitern möchte, antwortet Dreyer: „Mal sehen, was sich so ergibt.“ Und strahlt voller Vorfreude bis über beide Ohren. ber

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