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Stadthagen Ortsteile L447: „Ständig zittert man“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Ortsteile L447: „Ständig zittert man“
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00:16 04.10.2013
Dieser – gut überwachte – Versuch der Tagespflegestelle „Windelfang“ zeigt: Das Benutzen der Landesstraße 447 in Reinsen stellt vor allem mit Kindern ein großes Risiko dar. Quelle: pr.
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Von Stefan Rothe

Reinsen. Der Senior der Firma Kleinbusbetriebe Haverland, der direkt an der Landesstraße wohnt, beschreibt die Situation, wenn er mal sein Enkelkind in der Sportkarre spazieren fährt, so: „Man hat verstärkt sein Tun, kritische Sitationen zu vermeiden.“

 Denn an dem maroden Streckenabschnitt gibt es weder Fuß- noch Radweg. „Wegen der stark unübersichtlichen Gefällestrecken, hohen Böschungen, eng angrenzenden Straßengräben und der geringen Fahrbahnbreite ist die Sicherheit der Bürger nicht gegeben“, stellt Ortsvorsteherin Ute Hartmann-Höhnke fest.

 „Es sind kriminelle Situationen, wenn man dort etwa mit einem Kleinkind entlanggeht“, hat Anlieger Christian Herbst beobachtet. „Wir meiden die Straße mit unserer vierjährigen Tochter zu Fuß oder mit dem Rad komplett“, sagt der Vater. Auf seinem Weg zum Job befährt Herbst täglich diesen Abschnitt mit dem Auto: „Das ist überaus stressig, weil man gerade bei Dunkelheit die Sorge hat, man könnte da einen erwischen.“

 „Keine Möglichkeit, mit den Kindern spazieren zu gehen“, sieht Maria Suhr, Leiterin der Tagespflegestelle „Windelfang“: „Die Gefahr ist zu groß, dass zwei entgegenkommende Autos aufeinander treffen und wir mit den Kindern nicht schnell genug ausweichen können.“ Das Ergebnis formuliert die Erzieherin so: „Wir sind auf unserem Grundstück gefangen.“ Denn würde man den Straßenrand mit Kindern benutzen, säße „einem ständig die Angst im Gepäck, dass eines der Kinder angefahren wird“. Für Fahrradfahrer und Fußgänger spricht Suhr von „einem Überlebenskampf“.

 Dieser desolate Zustand hat nach Darstellung von Hartmann-Höhnke zur Folge, dass die Reinser Eltern ihre Kinder aus purer Angst ausschließlich mit dem Auto zum Kindergarten oder in die Grundschule an die Ortsgrenze bringen. Mehr noch: Die Stadt Stadthagen biete aus Sicherheitsgründen sogar „kostenlos einen Bustransfer zur Grundschule an, der die Kinder vor der Haustür abholt“.

 Dass ein Gehweg, wo er denn besteht, an der Bergkette angenommen wird, bezeugt Tanja Fabick, Leiterin des Obernwöhrener Kindergartens „Wunderland“: „Die Eltern, die am Streckenabschnitt mit dem Gehweg wohnen, nehmen ihre Kinder gerne an die Hand und bringen sie an frischer Luft zu Fuß in die Kita.“

 Empört und besorgt ist, „wie viele andere hier oben“, auch Nils Langhorst „über die extrem gefährliche Situation“. Der Reinser Ortsbrandmeister berichtet, zu den Übungsabenden der Kinder- und Jugendfeuerwehr würden die Kids nahezu ausschließlich mit dem Auto gebracht. Wo Eltern das nicht könnten, müssten die jungen Leute ein Sicherheitsrisiko eingehen.

 Langhorst appelliert: „Diese jungen Leute gewähren vielleicht als Brandschützer in Zukunft die Sicherheit aller Bürger, da sollten die heutigen Entscheidungsträger bitte einmal an die Sicherheit dieses Nachwuchses denken.“

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