Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
L447: „Ständig zittert man“

Reinsen / Straßen L447: „Ständig zittert man“

„Ständig zittert man, dass etwas passieren könnte.“ So beschreibt Wolfgang Wehlauch die Situation von Fußgängern und Radlern am Streckenabschnitt der L447 in Reinsen.

Voriger Artikel
Der Wanderpokal bleibt in Enzen
Nächster Artikel
Auf Rädern durch den Wald

Dieser – gut überwachte – Versuch der Tagespflegestelle „Windelfang“ zeigt: Das Benutzen der Landesstraße 447 in Reinsen stellt vor allem mit Kindern ein großes Risiko dar.

Quelle: pr.

Von Stefan Rothe

Reinsen. Der Senior der Firma Kleinbusbetriebe Haverland, der direkt an der Landesstraße wohnt, beschreibt die Situation, wenn er mal sein Enkelkind in der Sportkarre spazieren fährt, so: „Man hat verstärkt sein Tun, kritische Sitationen zu vermeiden.“

 Denn an dem maroden Streckenabschnitt gibt es weder Fuß- noch Radweg. „Wegen der stark unübersichtlichen Gefällestrecken, hohen Böschungen, eng angrenzenden Straßengräben und der geringen Fahrbahnbreite ist die Sicherheit der Bürger nicht gegeben“, stellt Ortsvorsteherin Ute Hartmann-Höhnke fest.

 „Es sind kriminelle Situationen, wenn man dort etwa mit einem Kleinkind entlanggeht“, hat Anlieger Christian Herbst beobachtet. „Wir meiden die Straße mit unserer vierjährigen Tochter zu Fuß oder mit dem Rad komplett“, sagt der Vater. Auf seinem Weg zum Job befährt Herbst täglich diesen Abschnitt mit dem Auto: „Das ist überaus stressig, weil man gerade bei Dunkelheit die Sorge hat, man könnte da einen erwischen.“

 „Keine Möglichkeit, mit den Kindern spazieren zu gehen“, sieht Maria Suhr, Leiterin der Tagespflegestelle „Windelfang“: „Die Gefahr ist zu groß, dass zwei entgegenkommende Autos aufeinander treffen und wir mit den Kindern nicht schnell genug ausweichen können.“ Das Ergebnis formuliert die Erzieherin so: „Wir sind auf unserem Grundstück gefangen.“ Denn würde man den Straßenrand mit Kindern benutzen, säße „einem ständig die Angst im Gepäck, dass eines der Kinder angefahren wird“. Für Fahrradfahrer und Fußgänger spricht Suhr von „einem Überlebenskampf“.

 Dieser desolate Zustand hat nach Darstellung von Hartmann-Höhnke zur Folge, dass die Reinser Eltern ihre Kinder aus purer Angst ausschließlich mit dem Auto zum Kindergarten oder in die Grundschule an die Ortsgrenze bringen. Mehr noch: Die Stadt Stadthagen biete aus Sicherheitsgründen sogar „kostenlos einen Bustransfer zur Grundschule an, der die Kinder vor der Haustür abholt“.

 Dass ein Gehweg, wo er denn besteht, an der Bergkette angenommen wird, bezeugt Tanja Fabick, Leiterin des Obernwöhrener Kindergartens „Wunderland“: „Die Eltern, die am Streckenabschnitt mit dem Gehweg wohnen, nehmen ihre Kinder gerne an die Hand und bringen sie an frischer Luft zu Fuß in die Kita.“

 Empört und besorgt ist, „wie viele andere hier oben“, auch Nils Langhorst „über die extrem gefährliche Situation“. Der Reinser Ortsbrandmeister berichtet, zu den Übungsabenden der Kinder- und Jugendfeuerwehr würden die Kids nahezu ausschließlich mit dem Auto gebracht. Wo Eltern das nicht könnten, müssten die jungen Leute ein Sicherheitsrisiko eingehen.

 Langhorst appelliert: „Diese jungen Leute gewähren vielleicht als Brandschützer in Zukunft die Sicherheit aller Bürger, da sollten die heutigen Entscheidungsträger bitte einmal an die Sicherheit dieses Nachwuchses denken.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr