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Obsthof Wedeking: Erstaunliche Entwicklung

Auf die Frucht gekommen Obsthof Wedeking: Erstaunliche Entwicklung

Eine erstaunliche Entwicklung hat der Obsthof Wedeking genommen. 1994 mit einem Erdbeerfeld bei Hameln gestartet, bewirtschaften Christoph Wedeking und seine Familie mittlerweile zwölf Obstplantagen mit einer Gesamtfläche von 125 Hektar, die sich von Hannover bis Minden erstrecken.

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Christoph Wedeking kontrolliert die Apfelbäume.

Quelle: ber

Lüdersfeld. Der Hof in Vornhagen ist bereits seit 1548 in Familienhand. „Meine Cousine hat Ahnenforschung betrieben“, erklärt Christoph Wedeking. Bis Mitte der neunziger Jahre waren es jedoch vor allem Schweine, die sich auf dem Hof tummelten. „Da wir ein flächenarmer Betrieb waren, habe ich überlegt, wie wir die wenigen Flächen intensiver bewirtschaften können. Dabei bin ich über die Erdbeere gestolpert.“

Die erste Plantage habe die Familie mit rudimentären Mitteln bewirtschaftet. Nach einer „abenteuerlichen Saison mit unheimlichen Schwierigkeiten“ zog Wedeking Bilanz: „Ich war erstaunt, wie wirtschaftlich erfolgreich wir trotz allem waren. Das war für uns der Startschuss, weiter mit der Erdbeere zu wachsen.“

Und wachsen tat er, der Obsthof Wedeking. Zunächst mit weiteren Erdbeerplantagen, bald auch mit Äpfelbäumen, Blaubeeren, Kirschen und Rosen. Neben der Pachtung von weiteren Flächen investierte der Obstbauer in Technik: Pflanzmaschinen, Spezialgeräte zum Pflanzenschutz, eine gezielte Bewässerung, Kühlkammern und Lagerhallen erhöhen ebenso die Erträge wie verbesserte Kulturformen. „Früher konnten wir die Apfelbäume nur bis 2,50 Meter hoch werden lassen, weil die Stützpfeiler so niedrig waren. Heute wachsen die Apfelbäume an einem speziellen Zaun bis zu 3,20 Meter hoch“, führt Wedeking beispielhaft auf.

Jährlich rund 400 bis 500 Tonnen Äpfel, 300 Tonnen Erdbeeren, 65 Tonnen Blaubeeren und 15 Tonnen Rosen pflücken die Erntehelfer von den Bäumen und Sträuchern. Weitere 100 Tonnen Äpfel sollen 2016 dazu kommen, wenn die neue Apfelplantage in Betrieb geht. Die Vermarktung läuft zum Großteil über Wochenmärkte in Stadthagen, Wunstorf, Barsinghausen, Hameln und Bückeburg.

Dass die Klimaerwärmung seinem Betrieb hilft, dementiert der Obstbauer. Im Gegenteil: „Neben Wetterextremen haben wir auch mit immer neuen Schädlingen zu kämpfen wie dem Apfelwickler aus Südeuropa oder der aus Asien eingewanderten Kirschessigfliege, deren Bestand zunimmt, wie wir durch Fangproben festgestellt haben. Wir blicken mit Sorge auf die warmen Wochen.“

Als erste Maßnahme hat Wedeking die Pflückintervalle verkürzt. „Außerdem haben wir eine Extra-Kraft eingestellt, die nur dafür da ist, die Früchte möglichst umgehend vom Feld in die Kühlhäuser zu fahren.“ Auch die extreme Trockenheit in diesem Jahr sei ein Problem. „Wir mussten deutlich mehr bewässern. Unser Beregnungsteich ist an seine Grenzen gestoßen. Deshalb mussten wir Wasser von den Stadtwerken dazu kaufen.“

Indirekt geholfen hat das extreme Wetter dem Obsthof dann aber doch: „Unser Hofcafé ist aus der Not geboren. 2010 hatten wir am 3. und 4. Mai kräftig Frost, da sind uns 60 Prozent der Kirschen und ein Großteil der Äpfel erfroren.“

Um diesen Ausfall zu kompensieren, habe die Familie in der ungenutzten Diele das Blaubeer-Café gestartet. Der Andrang sei so groß gewesen, dass seine Frau Maria das Angebot des Hofcafés kontinuierlich erweitert hat. Inzwischen bereiten zwei Bäckerinnen die Kuchen mit saisonalen Früchten direkt vor Ort zu, auch ein Frühstücksbüffet gibt es täglich. Und seit Neuestem besteht die Möglichkeit, in einer der drei Ferienwohnungen auf dem Hof zu übernachten.

Wedeking hat weitere Ideen, das Spektrum des Hofes zu erweitern. „Großes Vermarktungspotenzial“ sieht er bei Bioprodukten, „auch eine Tomate wäre etwas, was man ins Portfolio aufnehmen könnte“.

Mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt die Familie, sodass Christoph Wedeking zu seinem Leidwesen nur noch selten die Zeit findet, selbst auf dem Trecker zu sitzen. „Mein Job hat sich kolossal geändert. Ich bin vor allem mit Organisation beschäftigt. Eigentlich würde ich lieber häufiger auf dem Trecker sitzen.“ Wenn ihn irgendwann die Lust verlassen sollte, steht jedoch nicht zu befürchten, dass der Familienbetrieb in fremde Hände geht.

„Einer meiner Söhne hat eine Lehre als Gärtner mit der Fachrichtung Obstbauer angefangen.“  ber

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