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Unterwegs in Enzen-Hobbensen

SN-Ortsspaziergänge Unterwegs in Enzen-Hobbensen

Wie gut kennen Sie Ihren Ortsteil? Oder den ihrer Freunde? Finden Sie‘s raus – unterwegs mit Sachkundigen beim SN-Ortsspaziergang. Den Start der neuen Sommerserie macht heute Stadthagens Ortsteil Enzen-Hobbensen. Ein Rundgang mit Ortsvorsteher Manfred Kreusel.

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Manfred Kreusel, seit 13 Jahren Ortsvorsteher, lebt gerne in Enzen. Prägendes Ortsbild ist die Straße über die Bahn.Fotos: sk

Enzen-Hobbensen. Ein paar Schritte aus dem Haus und der Feldrand ist erreicht, wo es jetzt nach Gräsern duftet, nach Sommerblumen und reifendem Korn. Enzen und sein Ortsteil Hobbensen sind umgeben von Äckern und Wiesen; Stadthagens Innenstadt ist drei Kilometer entfernt.

 Besonders dörflich zeigt sich Enzen im Ortsteil Hobbensen. „Hundert Einwohner und viele Pferde“, beschreibt Ortsvorsteher Manfred Kreusel (SPD) den idyllischen Siedlungsteil. Nach Hobbensen führt der Weg von der Stadthäger Straße, vorbei am ehemaligen Sparkassengebäude. Heute ist dort ein Versicherungsunternehmen ansässig. Es gab auch einen Friseur in Enzen. Handwerk ist noch vertreten, zum Beispiel mit einer Tischlerei, einem Elektro- und einem Kfz-Betrieb. Und es gibt ein Fleischereifachgeschäft in Enzen, gleich neben der Feuerwehr, die just mehr Parkraum erhält. Ganz wichtig in Enzen ist „Löwenzahn“ – nicht eine Pflanze am Wegrand, sondern die Kita, eingerichtet in der alten Schule. Im kommenden Jahr soll eine vierte Gruppe eingerichtet werden.

Dorfladen gibt es keinen

 Einen Dorfladen hingegen sucht man vergebens. Einen solchen habe es nie gegeben, berichtet Kreusel. Bis vor einigen Jahren existierte an der Stadthäger Straße immerhin eine Bäckereifiliale. Dort ist jetzt eine Reinigung drin, nebenan ein Internetshop für Reiterbedarf. Ein paar Schritte weiter prangt der Schriftzug Raiffeisen Landtechnik an einem Firmengebäude. Aber wo Raiffeisen draufsteht, ist heute ein Gebrauchtwarenmarkt drin, umgeben von Wohnbebauung. Es ist ein Mischgebiet, erläutert der Ortsvorsteher.

 Aber wir waren auf dem Weg nach Hobbensen. Am Eckgrundstück der Feuerwehr geht es rechts ab auf die Stemmer Straße, und es geht bergan – über die Eisenbahn. Gleich links ab nach der Überführung liegt Hobbensen. Stemmer Straße und Dorfstraße führen rund um eine Wohnlage mit alten Höfen, oft hübsch und aufwendig hergerichtet. Ein Therapiehof zählt dazu und ein Pferdezuchtbetrieb.

 Weitläufige und sauber einzäunte Koppeln liegen auf der anderen Straßenseite, ein Dressurplatz, ein bunter Springparcours fallen ins Auge.

Junge Leute zieht es in den Ort

 Kreusel freut sich über einen Trend, der sich in Hobbensen und in Enzen zeigt. Viele ältere Häuser stehen leer, die Bewohner sind in die Stadt gezogen oder verstorben. Aber: Junge Leute kaufen die Häuer. Fünf Besitzerwechsel habe es in jüngerer Zeit gegeben. „Das senkt den Altersdurchschnitt im Ort“, sagt Kreusel. 1000 Einwohner hat Enzen, die meisten sind zwischen 46 und 60 Jahre alt. Ein Zuzug freut Kreusel besonders. Ein Zahnarztehepaar aus Hannover hat einen Hof in Hobbensen übernommen und ihn sehr schön renoviert. Auch ohne Kirche und Kneipe im Ort – das „Kreuz neun“ ist keine Gastwirtschaft mehr – ist Enzen äußerst lebendig. In der Ortsgemeinschaft engagieren sich alle Vereine und Verbände. Zwei Holzhütten hat die Gemeinschaft gebaut, die vor allem beim beliebten Weihnachtsmarkt zum Einsatz kommen.

Vereinsleben

 Der Ortsname ist bekannt durch zwei Vereine: den Turn- und Sportverein (TuS) Schwarz-Weiß Enzen, der zwei Fußballplätze vorhält, und den rührigen und sehr geschätzten Liederkranz Enzen-Hobbensen. Der Chor, der Sportverein und der SPD-Ortsverband haben im Jahr 2000 südlich der Fußballplätze ein Vereinsheim errichtet, das bestens genutzt wird. Vor 12 Jahren ist eine Boulebahn hinzugekommen; das Dorfturnier findet jährlich im September statt.

 Nördlich des Sportgeländes geht der Blick über freies Feld bis zur Straße Wahlmanns Tor. Dort ist noch Platz für 24 Baugrundstücke. Jenseits der Straße ist ein Baugebiet bereits in den neunziger Jahren „zugelaufen“. Die Straße zwischen bebautem Areal und Feld ist ein beliebter Weg für den Abendspaziergang, mit oder ohne Hund. Wie gesagt: Ein paar Schritte aus dem Haus und der Feldrand ist erreicht. sk

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