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00:25 09.10.2015
War es ein Wolf? Oder doch ein Hund? Das soll nun eine DNA-Probe zeigen. Quelle: dpa
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Wendthagen

Revierförster Steffen Fitzner bestätigt den Vorfall. Die Spaziergängerin sei mit ihrem Hund auf der Bleekstraße spazieren gegangen, als sie hautnah miterlebt habe, wie das Mufflon von zwei wolfsähnlichen Hunden gestellt und gerissen wurde. Als er selbst sich dem Kadaver nähern wollte, habe er für wenige Sekunden ein hundeartiges Tier gesehen, das dann geflohen sei. Für einen sogenannten C1-Beweis, also ein Foto, sei die Distanz zu groß und die Zeitspanne zu kurz gewesen.
Fitzner informierte den Wolfsberater Jürgen Müller, der den Riss dokumentiert und eine DNA-Probe an die Landesjägerschaft in Hannover geschickt hat. „Auszuschließen ist es nicht, dass es sich um einen Wolfsriss handelt“, erklärt Müller. „Es könnten aber auch wildernde Hunde gewesen sein.“
Zwar starb das Muffelwild am Freitag durch Bisse im Kehlkopfbereich, „nach einem gezielten Kehlkopfbiss, wie für Wölfe üblich, sah das aber nicht aus“, betont Müller. Vielmehr weise der Kadaver mehrere Bissspuren am Hals sowie Verletzungen in den hinteren Oberschenkeln auf.
Gegen den Wolf spricht nach Ansicht von Fitzner auch die Tatsache, dass die Tiere in Richtung Ortschaft geflüchtet seien. Zudem komme es gerade im unteren Bereich des Bückebergs mehrmals im Jahr zu Zwischenfällen, in denen Hunde von Spaziergängern Jagd auf Wildtiere machen. „Dabei sterben immer wieder auch Mufflons.“
Klarheit soll nun der DNA-Test bringen. Doch das wird dauern. Die Landesjägerschaft verfügt nicht über ein eigenes Labor. Deshalb wird die DNA-Probe an das Senckenberg-Institut für Wildtiergenetik in Frankfurt geschickt. Fitzner rechnet frühestens in mehreren Wochen mit dem Ergebnis.
Dass sich Wölfe dauerhaft am Bückeberg ansiedeln, hält Wolfsberater Müller für unwahrscheinlich. Dazu gebe es zu viel Menschenverkehr in dem Wald. Dem widerspricht allerdings Fitzner. „Die jüngsten Erkenntnisse nach der Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland haben gezeigt, dass sie anpassungsfähig sind und offenbar weniger Scheu vor dem Menschen haben, als bisher angenommen“, erklärt der Revierförster. „Es ist durchaus denkbar, dass irgendwann ein Wolf durch den Bückeberg streift.“
Fitzner und seine Mitarbeiter wollen das Gebiet nun intensiv beobachten. Gefahr besteht ihm zufolge jedoch nicht. „Die Tiere haben einen ausgeprägten Fluchtinstinkt gezeigt und sich in keiner Weise aggressiv gegenüber Menschen verhalten.“ Spaziergänger, die etwas beobachten, sollen sich bei ihm melden unter (0 57 21) 3579.
Im März hatte ein Bürger berichtet, er habe auf der Landstraße 371 zwischen Pollhagen und Münchehagen einen Wolf gesehen. Bestätigt hat sich diese Sichtung allerdings nicht. Nach Angaben von Wolfsberater Jürgen Müller gebe es bis heute bis auf die Hinweise des Augenzeugen keine Beweise, die auf einen Wolf in Schaumburg hindeuten. ber

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