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13 neue „Stolpernsteine“ zum Gedenken

Stadthagen / Erinnerung 13 neue „Stolpernsteine“ zum Gedenken

13 neue „Stolpersteine“ werden ab Mittwoch, 27. November, an die Verfolgung von Stadthägern jüdischen Glaubens und Abstammung durch die Nazis erinnern. Das haben Jürgen Lindner, Wilfried Brinkmann und Karin Plöger vor Kurzem mitgeteilt.

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Wilfried Brinkmann (von links), Karin Plöger und Jürgen Lingner haben zusammen mit dem Arbeitskreis „Zur Geschichte der Juden in Stadthagen“ 13 Biografien für das Stolperstein-Projekt erstellt.     on

Stadthagen. Ab 14 Uhr sollen die ersten drei „Stolpersteine“ im Boden der Enzer Straße am Haus 24 eingesetzt werden. Dort lebte die Familie Silberbach mit dem Ehepaar Ernst und Johanna Hedwig Silberbach sowie dem Sohn Horst Silberbach. Johanna Hedwig Silberbach verstarb im Oktober 1944 im Konzentrationslager Stutthof, ihr Ehemann erlag den Folgen seiner Gefangenschaft im Konzentrationslager Buchenwald nach dessen Befreiung im Mai 1945. Das Schicksal von Horst Silberbach ist ungeklärt. Er wurde aus dem KZ Stutthof befreit.
 Drei weitere „Stolpersteine“ werden vor dem Haus 39 in die Obernstraße eingelassen. Dort lebte das Ehepaar Ludwig und Julie Meier mit Tochter Ilse. Die Familie wanderte 1937 nach Übergriffen in die USA aus.
 Gleich sieben „Stolpersteine werden in der Obernstraße vor dem Haus 26 eingelassen. Das von den Nazis 1939 zum „Judenhaus“ erklärte Gebäude gehörte dem Ehepaar Adolf und Malchen Goldschmidt. Sie wurden 1942 ins Warschauer Ghetto deportiert. Ihr Schicksal ist nicht bekannt.
 Im selben Haus lebte auch Fritz Weinberg. Er diente nach seiner Flucht nach England von 1939 bis 1946 bei der britischen Armee und heiratete 1947. Auch Rudolf Weinberg lebte in der Obernstraße 26. Er beantragte 1938 einen Auslandsreisepass und wanderte vermutlich 1938 mit seiner Schwester Bertha in die USA aus.
 Herbert Wildau gehörte ebenfalls zu den Bewohnern des „Judenhauses“, die Nazideutschland überlebten. Mithilfe einer jüdischen Organisation wanderte er1937 nach Argentinien aus. 1943 heiratete er in Mexiko.
 Erich Stern, der ebenso im Haus der Obernstraße 26 wohnte, konnte nach der Inhaftierung im Konzentrationslager Buchenwald und der Zwangsarbeit im Straßenbau eine landwirtschaftliche Umschulung absolvieren. Mit dieser gelang es ihm, 1940 über Berlin und Genua in die Dominikanische Republik auszuwandern.
 Herman Heymann, der gleichfalls im sogenannten „Judenhaus“ wohnte, gelang im Mai 1937 die Ausreise nach Ecuador. Nachdem er 1955 nach Hannover gezogen war, versuchte er einen Viehhandel aufzubauen.
 Die neuen 13 „Stolpersteine“ werden am Mittwoch, 27. November, wieder vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt. Im Rahmen der Aktion werden die Kurzbiografien der Opfer verlesen. 

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