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Stadthagen Stadt 19 Gedenktafeln für Stadthagen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt 19 Gedenktafeln für Stadthagen
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00:21 01.06.2015
Gertrud Rosenfeld mit ihren Kindern Lotte und Kurt. Quelle: pr.
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Stadthagen. Beginn ist am 30. Juni um 12 Uhr an der Bahnhofstraße 43, acht weitere Stationen sind geplant. Schüler der Integrierten Gesamtschule Schaumburg (IGS) werden vor Ort die gekürzten Biografien der auf den Stolpersteinen genannten Personen verlesen, die der Arbeitskreis „Zur Geschichte der Juden in Stadthagen“ erarbeitet hat.

An der Westernstraße 12 verweisen künftig drei Stolpersteine auf den ehemaligen Wohnort von Getrud Julia Rosenfeld und ihren Kindern Lotte und Kurt. Während Kurt und Lotte Rosenfeld 1939 mit einem der letzten Kindertransporte die Flucht nach England gelang, wurde Gertrud Rosenfeld 1942 in das Lager Trawniki und in das Ghetto Piaski in Polen deportiert und ermordert.

Die Stolpersteine seien geeignet, die Geschichte der Juden den Stadthäger Bürgern zu veranschaulichen, „weil sie in ihrer Stadt, an einem konkreten Ort sehen: Hier haben Opfer des Nationalsozialismus gewohnt“, erklärt Jürgen Lingener vom Förderverein Ehemalige Synagoge.

„Anhand der Biografien wird deutlich, dass es Menschen waren, die mitten im bürgerlichen Leben standen, Mitglied in Vereinen waren und sogar im Ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft haben“, ergänzt Christian Meyer, der die vom Arbeitskreis zusammengetragenen Lebensgeschichtenals Lektor überarbeitet hat. „Hoffentlich stolpern die Menschen darüber und nehmen das zum Anlass, sich mit ihrer Stadtgeschichte zu beschäftigen.“

Dabei gehe es keinesfalls um Schuldzuweisungen, so Lingener. „Man muss wissen, dass es passiert ist, damit man sich dafür einsetzt, dass so etwas nicht noch einmal passiert.“ Das Beispiel des Islamischen Staates (IS) in Syrien zeige, dass es auch heute noch Gruppen gebe, die eine Wahrheit für sich beanspruchen und bereit sind, für diese Wahrheit andere Menschen zu töten.

Die diesjährige Stolpersteinverlegung, 36 Gedenktafeln aus Messing gibt es bereits in Stadthagen, wird voraussichtlich die letzte sein, informiert Lingener. „Uns sind zwei weitere Juden namentlich bekannt, allerdings wissen wir fast gar nichts über ihre Biografie.“

Die Aktion auch auf andere Opfergruppen des Nationalsozialismus auszuweiten, sei nach derzeitigem Diskussionsstand nicht geplant, so Lingener. „Es gibt noch sehr viele Opfer.“ Aber für die politisch Verfolgten gebe es bereits das Mahnmal am Wall. Denkbar sei, für die Zwangsarbeiter vor dem damaligen Arbeitsamt und für die Euthanasie-Opfer vor dem damaligen Gesundheitsamt Stolperschwellen zu errichten.

Für sechs Stolpersteine sucht der Förderverein noch Spender. Kontakt: Jürgen Lingener, Telefon (05721) 76541. ber

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