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19 Monate Haft für Stadthäger Wiederholungstäter

Ohne Führerschein unterwegs 19 Monate Haft für Stadthäger Wiederholungstäter

Den Führerschein hat ein Stadthäger (32) nie gemacht. Trotzdem stand ein schickes Cabriolet mit Lederausstattung vor seiner Tür. Jetzt ist vorerst Schluss damit, der Wiederholungstäter fährt ein: In einem Berufungsverfahren hat ihn das Bückeburger Landgericht zu 19 Monaten Haft verurteilt.

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Stadthagen. Dass er außerdem mit Drogen gehandelt hat, ist das kleinere Problem.

In seinem Schlusswort versucht der Angeklagte, das Steuer herumzureißen. „Ich bin ein anderer Mensch, habe mein Leben umgekrempelt“, versichert er und weist auf einen Arbeitsvertrag hin. Der Stadthäger ist „bemüht, ein angepasstes Mitglied der Gesellschaft zu werden“. Und er ist „wild entschlossen, den Führerschein zu machen“.

Die Reue kommt zu spät, weil auf der anderen Seite reihenweise Vorstrafen stehen. Zur Tatzeit stand er unter Bewährung – nur eine von mehreren Chancen, die der wiederholt einschlägig vorbestrafte Stadthäger ungenutzt verstreichen ließ. Nach der jetzigen Verurteilung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Handels mit Betäubungsmitteln droht zusätzlich der Widerruf einer offenen Bewährung. Das wären weitere acht Monate Haft.

Im Oktober 2015 hatte die Polizei den 32-Jährigen bereits als Dealer im Visier. Beamte observierten ihn, während er an den Stadthäger Wallanlagen rund drei Gramm Marihuana verkaufte. Weitere 200 Gramm, ebenfalls Rauschgift von mäßiger Qualität, fanden die Beamten in seiner Wohnung.

Einen Monat zuvor war er wieder einmal ohne Fahrerlaubnis unterwegs. Der Wagen war über einen Strohmann zugelassen. Richter Axel Schulte, Vorsitzender der Berufungskammer, sieht darin „eine Art Generalvorsatz“. Das sei „ziemlich starker Tobak“. In der Vergangenheit hatte die Justiz bereits zwei andere Autos eingezogen.

Bewährung war daher kein Thema mehr. „Der Angeklagte“, so Richter Schulte, „hat sich auch in der Vergangenheit nicht bewährt.“ Die erste Verurteilung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis datiert aus dem Jahr 2008. Insgesamt weist das Vorstrafenregister des 32-Jährigen etwa ein Dutzend Einträge auf, darunter auch Delikte wie Diebstahl, Betrug, Urkundenfälschung, Beleidigung oder Hausfriedensbruch.

„Zum ersten Mal seit Langem hat mein Mandant wieder einen Arbeitsplatz“, gab Verteidiger Ralf Jordan zu bedenken. Einkommen und Tagesablauf seien damit geregelt. Besondere Umstände, nötig für eine Strafaussetzung zur Bewährung, lägen vor. „Zum Teil hat der Angeklagte bereits Strafen verbüßt, teilweise hatte er Arbeit“, erinnerte der Leitende Oberstaatsanwalt Martin Appelbaum und kam zu dem Schluss: „All das hat ihn nicht davon abgehalten, neue Taten zu begehen.“
Gegen das Urteil war zuletzt noch Revision möglich. Dabei würde die Entscheidung von einer höheren Instanz auf Rechtsfehler überprüft.  ly

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