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400 Teilnehmer bei Kundgebung auf Unfallkreuzung

Trauer und Protest 400 Teilnehmer bei Kundgebung auf Unfallkreuzung

Für einige Minuten ist die Kundgebung zum stillen Gedenken geworden. Nach einem Moment allgemeinen Schweigens sprach Mehmet Kuzhan, Vorbeter der hiesigen türkisch-islamischen Gemeinde, auf der Unfallkreuzung ein Friedensgebet für das vor drei Wochen ums Leben gekommene siebenjährige Mädchen.

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Bürgermeister Oliver Theiß (Zweiter von rechts) spricht inmitten der Kundgebung mit dem Vater des Unfallopfers, Ali K. (vorne links), mit Großvater Ibrahim K. (Mitte) und mit Kundgebungs-Initiator Detlef Rieger (rechts). 

Quelle: FOTO: RG

Stadthagen. Die rund 400 Teilnehmer der Demonstration auf der Abbiegung Vornhäger Straße/Lauenhäger Straße schwiegen andächtig.

Die 45-minütige Zusammenkunft gestern Nachmittag mitten auf der Kreuzung war von großer Emotionalität geprägt. Die Familie des Opfers war anwesend, nahm zahlreiche Beileidsbekundungen entgegen – auch von Bürgermeister Oliver Theiß, der bekundete: „Ganz Stadthagen hat geweint.“ Ein weiß gestrichenes Kinderfahrrad stand auf der Straße, von Menschen umringt, es wurde am Ende als Mahnmal an einen Straßenpfosten gebunden. Reden wurden auf der Veranstaltung nicht gehalten.

„Die Bürger sind sehr aufgebracht“, sagte Detlef Rieger, Initiator der Kundgebung, zu Bürgermeister Theiß. Rieger überreichte dem Verwaltungschef eine Liste mit mehr als 800 Unterschriften. Durch die Petition werden die Verantwortlichen aufgefordert, „endlich tätig zu werden und kurzfristig Änderungen umzusetzen, damit dieser kritische Verkehrspunkt sofort entschärft wird“. Dabei dürfe „die Frage von Zuständigkeiten verschiedener Behörden keine Rolle spielen“.

Theiß antwortete, die Planungen für die Umgestaltung der Kreuzung seien fertig. Tragischerweise sei der tödliche Unfall vor der Umsetzung passiert: „Die Zeit hat uns überholt.“ An dieser Stelle rief Tuncai Korkmazygit: „Wann passiert endlich schnell etwas Konkretes?“ Der Bürgermeister versicherte, der Auftrag zur Programmierung einer alleinigen Grünphase auf Anforderung für Radfahrer und Fußgänger sei bereits erteilt. Er rechne mit einer Fertigstellung „in den nächsten zwei, drei Wochen“, konkretisierte er nach mehrmaligem Nachfragen von Umstehenden.

„Wir haben schon vor etlichen Jahren öffentlich gesagt, dass die Situation an dieser Kreuzung eine Katastrophe ist“, merkte Rieger am Rande der Kundgebung an. Vorschläge eines Arbeitskreises zur Umgestaltung seien damals von der Stadt aus Kostengründen nicht verfolgt worden. „Nun ist eine Tote da – und jetzt erst will die Stadt handeln“, so der Kundgebungs-Initiator. Wobei kurzfristig noch nichts passiert sei: „Man hätte zum Beispiel schon das Tempo reduzieren und Baken installieren können.“ Er glaube an die Entschärfung erst, wenn er sie wirklich sehe. ssr
 

Yasmin Öz

Yasmin Öz (27): „Ich bin hier, weil ich die Familie des Opfers unterstützen will. Wir haben doch alle Kinder und sind sehr betroffen. So etwas darf auf keinen Fall noch mal passieren.“

 

Annalena Hille

Annalena Hille (24): „Das Mädchen war eine Freundin meiner Nichte, das nimmt einen ganz schön mit. Ich möchte, dass die Stadt ohne Verzug ganz schnell etwas unternimmt.“

 

Mesut Erdem

Mesut Erdem (35) : „Wir von der muslimischen Gemeinde sagen schon seit Jahren, dass hier ein Kreisel gebaut werden muss. Aber offenbar gibt es zu wenig Engagement und Seriosität.“

 

Gashi Visar

Gashi Visar (33): „Ich bin für ein striktes Lkw-Verbot hier an dieser Kreuzung. Für die Lastwagen gibt es doch die Umgehungsstraße. Auf jeden Fall muss hier schnell das Eckhaus abgerissen und ein Kreisel gebaut werden.“

 

Elke Koch

Elke Koch (75): „Ich habe vor Jahren meinen Mann durch einen Unfall verloren, ich kann das Leid der Familie nachempfinden. Ich kenne sie auch weitläufig und bin sehr traurig.“

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