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Stadthagen Stadt 43 Altenheim-Bewohner nach Brand evakuiert
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt 43 Altenheim-Bewohner nach Brand evakuiert
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19:54 06.09.2011
Von Pflegepersonal betreut und in warme Decken gehüllt warten die Bewohner des Kreisaltenzentrums relativ unaufgeregt den Gang der Dinge ab. © par, sk

Stadthagen (par). In warme Decken gehüllt und mit reichlich Wasser versorgt saßen die 43 evakuierten Bewohner auf dem Rasengrundstück des Kreisaltenheimes. Obwohl den meisten der Schrecken ins Gesicht geschrieben stand, haben sie ihren Humor nicht verloren. „Immerhin ist das Wetter gut“, sagte eine Bewohnerin schmunzelnd – die anderen mussten lachen.

Die Aufregung war groß, doch alle Bewohner des Kreisaltenzentrums meisterten die Situation souverän. Pfleger sprachen ihnen Mut zu und brachten die alten Damen und Herren auf den aktuellen Stand der Entwicklung. Ein derartiges Szenario hatte bisher noch niemand von ihnen erlebt. „Der Rauch ist einfach zu stark, besonders im Erdgeschoss des alten Traktes“, erklärte Wendthagens Ortsbrandmeister Wilfried Langemeier, der noch nicht abschätzen konnte, wie viel Zeit die Entlüftung der Räumlichkeiten in Anspruch nehmen wird.

Während es viele der Heimbewohner auf dem Rasen gut aushielten und bei Sonnenschein vertieft in Gespräche waren, zog es einige in die kleine Sporthalle, wo es etwas wärmer war. Rettungskräfte bauten zudem ein Zelt auf.
„Gegen 15.30 Uhr konnten die Bewohner wieder in ihre weitestgehend unbeschädigt gebliebenen Zimmer zurück kehren. Niemand von ihnen hatte – von der Aufregung abgesehen – Schaden genommen.

„Auf derartige Situationen sind wir vorbereitet. Wir haben Evakuierungspläne und spielen diese auch durch. Das ist uns heute zugutegekommen“, sagte Heimleiterin und Geschäftsführerin Anette Ebeling. Das Team des Altenheims habe souverän gehandelt.

Qualm bis in die kleinsten Nischen

In wenigen Wochen sollte der Neubau des Kreisaltenzentrums am Ostring eröffnet werden. Doch dieser Zeitplan dürfte durch einen Brand am gestrigen Dienstag in Frage gestellt worden sein.

Um 10.16 Uhr alarmierte ein Bauarbeiter die Rettungsleitstelle des Landkreises, nachdem im Hausanschlussraum für Gas, Strom und Wasser im Keller des Neubaus ein Feuer ausgebrochen war. Nach Aussagen von Polizei und Feuerwehr haben sich bei Schweißarbeiten Kabelisolierungen und Styroporplatten entzündet. Das Feuer im stark verqualmten Kellerraum konnte von Feuerwehrleuten unter Pressluftatmern schnell gelöscht, eine Flasche mit Schweißgas rechtzeitig geborgen und gekühlt werden.

Probleme bereitete den insgesamt 60 Feuerwehrleuten der Ortswehren Stadthagen, Wendthagen und Enzen die starke Rauchentwicklung, die sich nicht auf den im Bau befindlichen neuen Trakt beschränkte. Durch einen Kellergang sowie durch Treppenhaus und Fahrstuhlschacht zog der gesundheitsgefährdende Rauch in den Altbau. Während der Löscharbeiten löste die dortige Rauchmeldeanlage Alarm aus.

In den verqualmten Gebäuden installierte die Feuerwehr insgesamt sieben Überdrucklüfter, um Räume und Gänge vom Rauch zu befreien. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde die Großküche im Übergangsbereich von Alt- und Neubau, in die durch die raumeigene Lüftung der Rauch regelrecht eingesogen wurde.

Räume und Flure sind infolge des Brandes mit einer Rußschicht überzogen. Viele Geräte werden nicht mehr zu gebrauchen sein. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf 250.000 Euro. Die Baustelle werde erst wieder freigegeben, wenn keine giftigen Dämpfe mehr nachweisbar sind. Zwei Handwerker klagten über Atembeschwerden.