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Stadthagen Stadt 69 potenzielle Stammzellspender in Reinsen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt 69 potenzielle Stammzellspender in Reinsen
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19:50 29.10.2018
Mund auf, Stäbchen rein, ab die Post: Die Registrierung als Stammzellspender ist ganz einfach. Diese Erfahrung machen auch die 69 Spender bei der Feuerwehr in Reinsen.  Quelle: Foto: tro
Reinsen

„Außerdem ist eine ordentliche Summe an Spenden zusammengekommen, die wir der DKMS zukommen lassen werden. Wir sind sehr zufrieden“, sagte Ortsbrandmeister Nils Langhorst. „Wenn wir mit der Aktion auch nur einem Menschen helfen können, ist das großartig und unbezahlbar.“

Stäbchen rein

Mit einer Stammzellspende haben Blutkrebspatienten die Chance, wieder gesund zu werden. Grundsätzlich kann sich jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren als potenzieller Stammzellspender registrieren lassen. Dafür werden mittels eines Wangenabstriches die Gewebemerkmale bestimmt. Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Merkmale von Spender und Patient fast zu 100 Prozent übereinstimmen.

Es gibt zwei Methoden, Stammzellen zu spenden: Bei der peripheren Stammzellentnahme bekommt der Spender ein Medikament, dass die Anzahl der Stammzellen im Blut steigert. Die Stammzellen werden dann direkt aus dem Blut des Spenders gewonnen.

Bei der Knochenmarkentnahme wird dem Spender unter Vollnarkose etwa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen.

Ganz ähnlich sahen das auch die Spender. „Es ist eine gute und sinnvolle Sache. Oft wird darüber geredet, aber wenn so eine Aktion vor der Haustür stattfindet, ist die Motivation gleich noch einmal größer, auch wirklich aktiv zu werden“, sagte zum Beispiel Kai Brunsmann, der die zur Registrierung nötigen Wangenabstriche bestens gelaunt abgab.

Kleiner Aufwand, große Wirkung

Nach dem Prüfen einiger Ausschlusskriterien und dem Ausfüllen eines Spenderbogens stellte er wie die anderen Teilnehmer auch fest, dass der Aufwand für die Registrierung sehr gering ist. Zwei Wattestäbchen werden je eine gute Minute lang auf der Innenseite der Wangen gerieben und anschließend eingetütet. Da habe selbst das Ausfüllen des Fragebogens länger gedauert, sagt Brunsmann.

„Es ist uns sehr wichtig, zu helfen. Und die Spendenaktion ist eine einfache Art und Weise, dies zu tun“, erklärt Initiator Langhorst. „Blutkrebspatienten benötigen Knochenmarkspenden von einem genetischen Partner. Selbst bei einer weltweiten Suche ist es nicht einfach, einen solchen zu finden.“ Vor einiger Zeit hätten sich bereits einige Kameraden auf eigene Initiative registrieren lassen. „Da lag die Idee nahe, das für ganz Reinsen anzubieten.“

Fruchtbare Kooperation

Der Aufruf der örtlichen Feuerwehr ging zurück auf eine Kooperation, welche die DKMS und der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) vor Kurzem ins Leben gerufen hatten. „Feuerwehrangehörige sind Lebensretter. Manchmal muss man einfach statt Strahlrohr und Löschwasser mit Wattestäbchen und Knochenmarkspende vorgehen. Auch das ist Retten-Löschen-Bergen-Schützen“, betonte DFV-Präsident Hartmut Ziebs in diesem Zusammenhang. tro