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Aber bitte leise

Feiertagsruhe ist heilig Aber bitte leise

Feiertage sind vor allem für Berufstätige willkommene Gelegenheiten, um das Haus auf Vordermann zu bringen, das Auto zu saugen oder den Rasen zu mähen. Auch einige Stadthäger haben die freie Zeit produktiv genutzt – zum Leidwesen ihrer Nachbarn, denen der Krach einen Strich durch die Feiertagsruhe machte.

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Fegen erlaubt, Staubsaugen verboten: Die Feiertagsruhe ist dem Gesetzgeber heilig. Zu Anzeigen kommt es in Stadthagen jedoch selten.

Quelle: haz

Stadthagen. Dabei ist gesetzlich vorgeschrieben, an welchen Tagen Rasenmäher und Co. Sendepause haben.

Nach dem Niedersächsischen Gesetz über die Feiertage sind an Sonn- und staatlich anerkannten Feiertagen wie Karfreitag „öffentlich bemerkbare Handlungen, die die äußere Ruhe stören oder dem Wesen der Sonn- und Feiertage widersprechen“, verboten. Ausgenommen davon sind „nicht gewerbsmäßige leichtere Betätigungen in Haus und Garten“. Das Rasenmähen zählt jedoch nicht dazu.

In der Ordnungssatzung der Stadt Stadthagen ist unter Paragraph 8 („Lärmbekämpfung“) festgelegt, dass Tätigkeiten verboten sind, die die Ruhe unbeteiligter Personen stören. Dazu zählen insbesondere Arbeiten im Freien wie das Rasenmähen oder der Betrieb von motorbetriebenen Garten-, Bau- und Handwerksgeräten sowie das Ausklopfen von Teppichen, Betten oder Polstermöbeln.

Dies gilt laut städtischer Satzung nicht nur an Sonn- und Feiertagen, sondern auch werktags von 13 bis 15 Uhr (Mittagsruhe) sowie von 19 bis 22 Uhr (Abendruhe) und von 22 bis 7 Uhr (Nachtruhe). Auch Musik hören, ist in dieser Zeit nur mit einer Lautstärke erlaubt, die „unbeteiligte Dritte in ihrer Gesundheit nicht beeinträchtigt“. Das bedeutet, dass in der Mittags- und Abendruhe 55 Dezibel sowie in der Nachtruhe 40 Dezibel nicht überschritten werden dürfen. Gemessen wird an der Außenseite des geöffneten Fensters oder im Freien in ein Meter Abstand zur Geräuschquelle.

Verstöße können mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 5 000 Euro geahndet werden, erklärt Sebastian Hagedorn, stellvertretender Fachbereichsleiter Bürgerdienste. „Allerdings kommt es fast nie zur Anzeige. Die Bürger sollten erstmal mit ihrem Nachbarn reden und das klären. Zum Glück funktioniert das in 90 Prozent der Fälle auch.“ ber

Pro - Kleiner Luxus

Von Babette Jakobs

Die meisten Feiertage im Jahresverlauf sind christlicher Natur. Immer mehr Menschen nehmen zwar gerne die freien Tage mit, verbinden damit aber oft nur noch Bräuche wie Ostereierverstecken und Tannenbaumaufstellen. Himmelfahrt heißt im Volksmund inzwischen „Vatertag“ und warum Pfingsten gefeiert wird, können viele Menschen schon nicht mehr erklären.

Das zu bedauern ist zwar müßig, dennoch sollten an diesen Tagen Kreissägen und Rasenmäher im Schuppen bleiben. Und wer die Zeit zur Wohnungsumgestaltung nutzen will, sollte sich auf geräuscharme Tätigkeiten beschränken. Seine Nachbarn werden es ihm danken. Nicht an jedem Tag muss Krach gemacht werden. Gerade in Zeiten von Laubsaugern, die immer mehr die geräuschlosen Besen ersetzen, und anderen motorbetriebenen Helfern wird ein Tag Ruhe zum kleinen Luxus, den man auch genießen möchte.

Contra - Viel Lärm um nichts

Von Kirsten Elschner

Von Karfreitag bis Ostermontag die Füße hoch und Rasenmäher und Co. in der Ecke stehen lassen – das können sich manche Berufstätige gar nicht leisten. Wer fünf bis sechs Tage in der Woche arbeitet, womöglich noch Kinder hat und werktags nur das Nötigste in Haus und Garten schafft, nutzt die Feiertage gerne mal, um zwischen Osterfrühstück bei den Eltern und Kaffeetrinken mit den Geschwistern die Dinge zu erledigen, die sonst liegen bleiben. Rasenmähen, Staubsaugen, Gardinen waschen.

Zugegeben, man muss nicht stundenlang die Motorsäge laufen lassen, aber wenn man auch an Ostern mal kurz den Rasenmäher oder die elektrische Heckenschere anschmeißt, braucht kein Nachbar gleich schief über den Gartenzaun zu gucken oder gar wegen Ruhestörung die Polizei zu rufen. Über Kinderlärm und permanenten Grillgeruch beklagt sich schließlich auch keiner.

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