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00:18 27.08.2017
Journalist Matthias Koch (links) im Gespräch mit den WIR-Mitgliedern.  Quelle: jcp
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Koch ist Mitglied der Chefredaktion des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND), zu dem auch die Schaumburger Nachrichten gehören. Über einen Leitartikel zum Thema war der WIR-Vorsitzende Richard Wilmers auf den Journalisten aufmerksam geworden.

Daraufhin lud er Koch als Referenten ins Restaurant Palast ein. Koch begann mit einer Definition des Populismus, von der er für seinen Vortrag ausgehen wollte, und erklärte unter anderem, warum seines Erachtens populistische Strömungen in Deutschland geringere Aussichten auf Erfolg hätten als etwa in Frankreich, Polen oder Italien.

Als Gründe nannte der RND-Redakteur die relative Zufriedenheit der Deutschen mit ihrer wirtschaftlichen Lage und guten Erfahrungen mit einer Politik der Mitte. Außerdem wüsste man hierzulande, „wo dies alles enden kann“.

Koch erntete viel Gegenwind

Aus Reihen der WIR-Mitglieder erntete Koch allerdings viel Gegenwind. Als er ausführte, dass die zu sanktionierende Gruppe X bei Linkspopulisten für gewöhnlich Reiche und Konservative und bei Rechtspopulisten Ausländer seien, fragte einer der Zuhörer, ob es nicht auch einen Populismus der Mitte gebe – zum Beispiel, wenn ein Politiker eine durchschnittliche Rente behaupte, die ein Vielfaches über dem liege, was viele aus dem eigenen Verwandten-und Bekanntenkreis kennen.

Außerdem kam gleich eingangs die Frage, ob der Begriff Populist nicht inzwischen genutzt würde, um unliebsame politische Opposition zu diffamieren. Zum Teil geschehe das, pflichtete Koch bei. Gefährlich werde es aber, wenn Parlamente als „Schwatzbuden“ herabgewürdigt werden – ein Kampfbegriff aus der Weimarer Republik, der einen angenommenen Zustand bezeichnete, dem eine starke Führung entgegengesetzt werden sollte.

Lokale Argumentation

Schließlich argumentierte Koch lokal. „Sie wissen alle, wie kompliziert es bereits auf der untersten politischen Ebene werden kann, wenn es um eine neue Umgehungsstraße geht“, sagte der Journalist. Entsprechend funktionierten die von Populisten gebotenen einfachen Lösungen – zum Beispiel der sofortige Stopp jedweder polizeilicher Zusammenarbeit mit der Türkei – auf nationaler und internationaler Ebene erst recht nicht.

Und wenn jemand dem Ratsherren das Recht abspreche, mitzubestimmen, wo die neue Umgehungsstraße hinkommt, könne der entgegnen: „Doch, denn ich bin ein demokratisch gewählter Vertreter.“ jcp

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