Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Alarmanlage Nachbar

Straftaten im Bereich Stadthagen steigen an Alarmanlage Nachbar

Eine besorgniserregende Entwicklung zeigt sich nicht nur auf Landsebene, sondern auch im Bereich des Polizeikommissariats Stadthagen: Die Zahl der Straftaten ist erneut angestiegen. Dabei haben vor allem die Wohnungseinbrüche dramatisch zugenommen.

Voriger Artikel
Der Hype um die eigene Person
Nächster Artikel
Autohaus Wecke kurz vor Umzug

Die Zahl der Wohnungseinbrüche nimmt zu.

Quelle: Symbolfoto

Stadthagen. Ein Problem, das die Beamten nach Worten von Kommissariatschef Wolfgang Kanngießer aufgrund der oft weit gereisten Täter kaum in den Griff bekommen.

Insgesamt 2740 Delikte wurden 2015 verübt. Der höchste Wert seit zehn Jahren. Seit 2013 hat sich die Zahl der Wohnungseinbrüche nahezu verdoppelt. Mit 96 waren es vergangenes Jahr 31 mehr als 2014. Spitzenreiter im Verhältnis zur Einwohnerzahl war dabei Hagenburg mit 31 Einbrüchen. Im Vergleich dazu wurden in Stadthagen 41, im Bereich der Polizeistation Niedernwöhren 13 und in Lindhorst elf gemeldet.

Ein Grund für die vielen Delikte in Hagenburg sieht Michael Panitz, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes, in dem Anschein, den die großen Grundstücke und Häuser erwecken. Das suggeriere, dass dort gute Beute zu machen sei. Dabei werde häufig die Abwesenheit tagsüber genutzt, wenn die Anwohner arbeiten und die Kinder in der Schule sind. Umso wichtiger ist laut Panitz, Nachbarn zu sensibilisieren. Zudem würden auch die Beamten verstärkt Streife fahren, auch in Zivil kontrollieren und vor allem auf Autos mit auswärtigen Kennzeichen achten. Wichtig ist nach Angaben von Kommissariatschef Kanngießer, dass die Bürger der Polizei zuarbeiten: „Ein neugierig wirkender Nachbar ist eine tolle Alarmanlage.“

"Mafiöse Strukturen"

Die Einbrecher zu fassen, gestalte sich häufig schwierig. Zumal ein Drittel der Fälle lediglich versuchte Einbrüche seien, bei denen es kaum Ansatzpunkte gibt, weil sie meistens erst später bemerkt werden. Auch das klassische Täterprofil existiert, wie Kanngießer erklärt, nicht mehr in der Form wie früher. Vielmehr würde es sich heute häufig um Täter aus Oststaaten handeln, die gezielt vorgehen. Dabei spricht der Leiter des Kommissariats sogar von „mafiösen Strukturen“.

Auch die Zahl der Körperverletzungen ist gestiegen – mit 18 Delikten mehr als 2014. Wobei es sich in weniger Fällen um gefährliche oder schwere Körperverletzung handelte, wie der Leiter des Kriminaldienstes erklärt. Das Gewaltpotenzial habe ganz klar abgenommen. Raubdelikte hingegen wurden 2015 insgesamt 17 Mal verübt, zwei mehr als im Vorjahr. Darunter im Januar und Februar zwei Überfälle auf eine Spielothek an der Obernstraße, bei denen die Beamten von dem gleichen Täter ausgehen, bei den Ermittlungen jedoch nicht weitergekommen seien. Erfolgreicher war die Polizei Stadthagen hingegen bei den Tankstellenüberfällen im Sommer 2015 in Niedernwöhren und Auhagen. Panitz: „Beide Straftaten wurden von einem Täter verübt, der mittlerweile zugeordnet und ermittelt werden konnte.“

Professionelle Banden

Ebenfalls angestiegen ist die Zahl der Autoaufbrüche. 2015 wurden im Vergleich zum Vorjahr 27 Fahrzeuge mehr geknackt. „Früher wurden Autos aufgebrochen und meistens Radios oder Taschen gestohlen, heute sind professionelle Banden unterwegs“, erklärt Panitz. Ein neues Phänomen sei das Aufbrechen von Handwerkerfahrzeugen. Aus 19 Fahrzeugen wurde im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Stadthagen vergangenes Jahr hochwertiges Werkzeug gestohlen. Die gute Nachricht: Auch die Aufklärungsquote ist gestiegen und liegt 2015 bei 62,77 Prozent.

„Wir lagen in den vergangenen fünf Jahren immer über 60 Prozent, das ist ein außerordentlich guter Wert“, betont Kriminaldienstleiter Panitz. Inwieweit sich der Flüchtlingsstrom auf die Zahl der Straftaten auswirkt, ist derzeit nicht absehbar, stellt der Kommissariatschef klar. Kanngießer betont: „Wir können keine Rückschlüsse ziehen, das wäre reine Spekulation.“ tbh

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg