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Alle Einfallstraßen offen für Einzelhandel

Stadthagen / "Zentrenkonzept" Alle Einfallstraßen offen für Einzelhandel

An sämtlichen Einfallstraßen in Stadthagen soll künftig unter bestimmten Bedingungen Einzelhandel angesiedelt werden können. Das war bislang völlig ausgeschlossen.Nun hat der Rat der Stadt diese restriktive Klausel des so genannten „Zentrenkonzepts“ einmütig abgewandelt.

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Das frühere „mobile partners“-Areal an der Vornhäger Straße ist einer der aus Sicht der Verwaltung städtebaulich problematischen „Gewerbebrachen“.

Quelle: rg

Stadthagen (ssr). Durch das „Zentrenkonzept“ aus dem Jahre 2007 war die Neuansiedlung von Einzelhandel bislang neben der Altstadt nur in einigen exakt abgegrenzten Bereichen zulässig: an der südlichen Jahnstraße, am Helweg, entlang der Bahnhofstraße sowie im Eckbereich Breslauer- und Enzer Straße. Diese Strategie soll aus übergeordneten städtebaulichen Gesichtspunkten heraus vor allem den Einzelhandel in der Innestadt sowie das Funktionieren der eben genannten zwei „zentralen Versorgungsbereiche“ und der zwei „peripheren Gewerbestandorte“ absichern.

Mittlerweile ist aber die Zahl von „Gewerbebrachen“ unterschiedlicher Größe entlang etlicher Einfallstraßen immer größer geworden, wie der städtische Bauamtsleiter Gerd Hegemann auf Anfrage erläuterte. Als Beispiele nannte er das Coca Cola-Gelände an der Enzer Straße und den früheren „mobile partners“ Standort an der Ecke Vornhäger Straße/Ostring.

Die genannten und alle weiteren „Gewerbebrachen“ seien aus gesamtstädtischer Sicht „generell unbefriedigend“, im Grund ein „städtebaulicher Missstand“, führte Hegemann weiter aus. Versuche, in die jeweiligen Immobilien Wohn- oder Büronutzung hinein zu bekommen, seien leider vielfach gescheitert.

„Wenn man keine andere Lösung für eine für die Gesamtstadt gewünschte positive Entwicklung auf dem jeweiligen Areal und dessen Umgebung hat, wieso soll man dann dort länger die Ansiedlung von Einzelhandel kategorisch ausschließen?“ formulierte Hegemann die Ausgangsfrage.

Daher hat der Rat beschlossen, dass Einzelhandel entlang aller Einfallstraßen angesiedelt werden kann, „wenn nach einer Gesamtabwägung das städtebauliche Ziel der Sanierung eines Problemstandortes ohne die Komponente Einzelhandel nicht zu erreichen ist“. Das gelte vor allem für die Vornhäger-, die Enzer-, die Nordsehler- und die Lauenhäger Straße sowie für St. Annen.

Freilich darf die Neuansiedlung keine zentrenrelevanten Sortimente umfassen. Auch dürfen die „zentralen Versorgungsbereiche“ nicht negativ beeinträchtigt werden. Beides muss bei Ansiedlungsanträgen regelrecht nachgewiesen werden. Im Kartext heißt das: Im Großen und Ganzen müssen es für Stadthagen zusätzliche Angebote an Waren und Dienstleistungen sein. Denkbar wäre nach Einschätzung von Experten beispielsweise ein Fahrradhandel oder ein Fachmarkt für Kamine. Die Fraktionschefs Karsten Becker (SPD) und Gunter Feuerbach (CDU) betonten übereinstimmend, es werde künftig im Einzelfall „sehr sorgfältig abgewogen“. Grundsätzlich sei die höhere Flexibilität aber zu begrüßen und letztlich städtebaulich notwendig. „Wir müssen uns Entwicklungen im Einzelhandel anpassen“, so Feuerbach. Becker fügte hinzu: „Wir dürfen nicht länger die im Zweifel einzige sich ergebende Entwicklungsmöglichkeit für ein Areal von vorne herein völlig ausschließen.“

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