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Stadthagen Stadt Als Majestät zur Kanzlerin
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00:26 03.12.2014
Burkhard Balz (Mitte) hat viel Abgeordnetenerfahrung, aber als Kohlkönig ist er noch grün hinter den Ohren. Günther Bartels (links) und Dieter Kellermeier gratulieren zum neuen Amt. Quelle: sk
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Stadthagen (sk)

Mit Hochspannung erwartet: die Jungfernrede des neuen Bürgermeisters Oliver Theiß. „Ich wollte immer schon mal hier oben auf der Bühne stehen“, bekannte der Cola-Fan schmunzelnd. „Doch es ist mir weder durchs Biertrinken noch durch meine Arbeit als Rechtsanwalt in Bückeburg gelungen, mich für diese Aufgabe zu qualifizieren.“ In seiner Not habe er sich gedacht: „Dann probiere ich es doch mal als Bürgermeister. Und das hat geklappt.“ Als Jurist habe er sich gefragt, welche Gesetze er denn in Stadthagen einführen könne, fuhr Theiß fort. In Uruguay seien Duelle dann erlaubt, wenn beide Kontrahenten Blutspender seien, im US-Bundesstaat Pensylvania dürften Männer nur mit schriftlicher Genehmigung ihrer Ehefrauen Alkohol einkaufen. „Abgelehnt!“, stellte Theiß mit Blick auf Stadthagen klar und erntete dafür dankbar-donnernden Applaus der Schaffer.

„Das Idealbild eines Bürgermeisters aus Sicht des Bürgers“ zeichnete Festredner Fritz Wehling. Der ehemalige Hauptamtsleiter kennzeichnet den obersten Stadtrepräsentanten als omnipräsenten Menschen. Im Rathaus solle er sein, auf einer Baustelle, wenn dort etwas passiert, in der Landeshauptstadt, wenn es dort Geld gibt, bei Jubiläen und auf Vereinsfesten. Der Bürgermeister, dessen englische Amtsbezeichnung übrigens Burger King heiße, sitze fortwährend zwischen allen Stühlen. Fasse er Entschlüsse schnell, sei er voreilig, wäge er sorgfältig ab, sei er zu wenig entscheidungsfreudig.

Applaus galt außerdem dem scheidenden Kohlkönig Dieter Kellermeier, dem Verkehrsvereinsmitglied Christian Damke eine Anstecknadel ans Revers heftete. Als neuen Kohlkönig rief Günther Bartels den Europaabgeordneten und Stadthäger Burkhard Balz aus. „Ich bin sehr gerührt. Mit 45 hätte ich das nicht erwartet“, kommentierte Balz sein neues Amt, sinnierte aber sofort, welche Auswirkungen auf das Protokoll es wohl haben möge, wenn er demnächst als „Majestät“ die Bundeskanzlerin treffe.

+++ Splitter +++

Elf Servicekräfte aus Oliver Sieloffs Ratskeller-Mannschaft sorgten dafür, dass 600 Kohlwürste, 130 Kilogramm Grünkohl, 80 Kilogramm Kassler und 110 Kilogramm Kartoffeln zügig und dampfend auf die Tische kamen.
Dieter Kellermeier schlug in seiner Abschiedsrede vor, eventuell abgängige Bäume in der Stadt – wie die Platane am Bahnhof – durch die „Ostfriesische Palme“, sprich Grünkohl, zu ersetzen.
Gleich zwei Mikrofone hatten die Redner bisweilen vor der Nase, weil der Ton von lautem Fiepen begleitet wurde und ein alternativer Schallwandler benutzt werden musste.
„Pinkelpausen gibt es erst nach 45 Minuten.“ Das haben laut Günther Bartels das Schaffermahl und das WM-Endspiel 2014 gemeinsam.

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