Stadthagen (jw). Schon bevor die lehrreiche und vor allem kindgerechte Veranstaltung begann, liefen die sechs Jungs durch die Ausstellungsräume des Stadthäger Museums. „Bitte nicht anfassen, das bricht leicht ab“, versuchte Radeck die Kinder im Zaum zu halten. Als die jungen Wissbegierigen dann am Tisch Platz genommen hatten, begann der ehrenamtliche Mitarbeiter, die Kinder über die drei Fossilienarten aufzuklären. Einschlüsse, Versteinerungen und Kohle seien die Arten, um die es gehen sollte. Allem voran die Frage „Wie kommt eigentlich die Fliege in den Bernstein?“ Lennart hatte darauf sofort eine Antwort parat. „Vor Millionen von Jahren ist das Baumharz heruntergetropft und zufällig auf einer Fliege gelandet“, weiß er. „Richtig“, lobte Radeck den Jungen, doch sein Erstaunen wehrte nur lange. Als er einen unbehandelten Bernstein herumgab, rief Luca ungläubig: „Das ist doch nur Plastik!“ Auf den Fehlschluss sei aufgrund des geringen Gewichts des Steins gekommen. Auch Erklärungsversuche konnten den Jungen nur schwer von seiner Ansicht abbringen.
Krönender Abschluss der kleinen Museumsführung war das Erlebnis, in einen nachgebauten Bergwerktunnel zu klettern. Mit grüner Plane und Holzplanken hatte Radeck den dunklen Schacht, in dem sich auch ein echter Kohlebohrer befand, zuvor angefertigt. „Mann, ist der schwer“, rief Aaron als den Bohrer anhob. Der beschwerliche Weg bis zum Ende des zwei Meter langen Tunnels wurde jedoch durch ein kleines Stück Kohle für jeden Teilnehmer belohnt.
Im Museum gibt es in diesem Jahr noch weitere solcher Angebote für Kinder. Jeweils um 15 Uhr startet am 17. März eine Veranstaltung mit dem Thema „Kopfbedeckungen“. Dabei können die Kinder auch selbst eine Mütze basteln. Am 21. April heißt das Thema „Geräusche, Töne und Musik. Am 19. Mai führt Radeck dann die Kinder in das Geheimnis des Geigenbaus ein und am 16. Juni heißt es wieder „Kohle und Fossilien“. „Die Veranstaltungen sind eine gute Ergänzung zum Schulunterricht und die Ausstellungsstücke werden durch unsere Erklärungen lebendig“, berichtet die Museumsleiterin Susanne Slanina.
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