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Am Stadtpark: Investor hat große Pläne

Stadthagen / Pflegeheim Am Stadtpark: Investor hat große Pläne

Längst ist das Gebäude Am Stadtpark 6 in Stadthagen von Baugerüsten umhüllt: Dort soll nach Vorstellung des Eigentümers Lenz-Häuser ein Altenpflegeheim entstehen. Nun hat das Unternehmen, dem inzwischen auch das nebenstehende Gebäude Am Stadtpark 4 gehört, ergänzend den Antrag gestellt, beide Häuser durch ein weiteres Zwischengebäude mit Etagenflachdach zu einem großen Komplex verbinden zu dürfen.
Der Planungs- und Bauausschuss setzte seine Entscheidung über die Empfehlung eines entsprechenden Vorhaben- und Erschließungsplans zunächst aus. In den Augen der Ausschussmitglieder waren noch zu viele Punkte ungeklärt.

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An Hausnummer 6 wird bereits fleißig gebaut. Lenz-Häuser möchte nun das Gebäude durch einen neuen Zwischenbau mit der Hausnummer 4 verbinden.

Quelle: kle

Stadthagen (kle). Ohnehin lagen und liegen viele Steine im Weg des Investors, der zur Umsetzung des Vorhabens führen soll. „Der Bebauungsplan sieht hier ein Wohngebiet vor“, erklärte Bauamtsleiter Gerd Hegemann während der Ortsbegehung. Die Grundstücksnutzung also, aber auch die Grundstücksgrenzen stehen dem geltenden Bebauungsplan entgegen. Zugelassen ist an dieser Stelle nämlich eine Gebäudelänge von maximal 50 Metern, der neue Gebäudekomplex würde allerdings rund 57 Meter lang werden.

Ein weiteres Problem: Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz, der bei jeder Planung einzuhalten ist. Allein bei der Hausnummer 4 seien in der Denkmalschutzdatei zahlreiche „gravierende Details“ aufgeführt, die beachtet werden müssen, wie Siegfried Voigt (SPD) später schriftlich darlegte.

„Das ist ein Vorhaben, das zwei Seiten hat“, betonte Hegemann. „Grundsätzlich unterstützen wir es, dass alte Bausubstanz neuer Nutzung zugeführt wird.“ Viele andere ließen ihre Gebäude einfach verfallen. „Gleichzeitig wollen wir, dass denkmalgeschützte Gebäude auch denkmalgerecht saniert und so genutzt werden, wie es einmal vorgesehen war.“ Die Frage sei, wie sich ein solcher Wunsch mit der Realität vereinbaren lasse. „Das Ganze ist eine Gratwanderung“, so Hegemann.

Auch die Ausschussmitglieder betrachteten kritisch beide Seiten der Medaille. „Ich will nicht die Maßnahme verteufeln“, so Voigt, „aber ich lehne sie ab, weil sie denkmaltechnisch bislang nicht ausreichend ausgearbeitet wurde.“ Auch Gerhard Tüting (SPD) räumte ein: „Ich begrüße zunächst die Planung.“ Stadthagen sei auf dem Weg, „Hunderte von Arbeitsplätzen unter dem Dach des Krankenhauses zu verlieren“. Durch dieses Projekt ergebe sich eine neue Chance. Allerdings: „Wir haben hier einen ersten Entwurf, bei dem noch Optimierungsbedarf besteht.“ Ähnlich äußerte sich auch die CDU-Fraktion.

Einmütig einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, die Entscheidung zurückzustellen und abzuwarten, ob der Investor eine Alternative zu seinem Ursprungsvorhaben erarbeiten wird.

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