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Am rauschenden Bach

Deutscher Mühlentag Am rauschenden Bach

Den Deutschen Mühlentag haben über 150 Besucher genutzt, um einen Blick in das Innere und auf das Äußere der alten Krebshäger Wassermühle werfen zu  können. Das ist jährlich nur an diesem einzigen Tag möglich. Das Bauwerk ist mittlerweile stolze 150 Jahre alt.

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An der letzten Wassermühle am Krebshäger Bach kann Horst Hackmann nur noch dem Verfall Einhalt gebieten.

Quelle: geb

STADTHAGEN. 1867 von Christian Möller in Betrieb genommen, war die Mühle eine von vier entlang des Krebshäger Baches und ist noch heute in Familienbesitz. „Ergänzend zum Mühlrad diente eine Dampfmaschine als Antrieb, 1926 kam noch ein Gleichstromgenerator mit elf Kilowattstunden Leistung hinzu“, erklärt Horst Hackmann, dessen Frau Christiane Heitmeier Tochter des 1988 verstorbenen letzten Müllers Wilhelm Heitmeier ist. Gemeinsam leben sie in dem direkt angrenzenden Wohnhaus.

Ein ausgeklügeltes System

Bis der Betrieb 1974 vollständig eingestellt wurde, musste die Produktionsstätte einiges durchmachen. 1898 und 1908 stand die Mühle in Flammen. Dennoch konnten die Müller mit der archaisch wirkenden Maschinerie ohne fremde Hilfe bis Anfang der sechziger Jahre zwei Tonnen Mehl am Tag herstellen und die Stadthäger Bäcker damit versorgen. Mit einem ausgeklügelten System durchlief das Getreide aus dem Speicher über sogenannte Elevatoren immer wieder mehrere Verarbeitungsschritte in drei Stockwerken, um das weiße Pulver daraus herzustellen.

„In den Walzenstühlen wurde das Mehl so fein, wie es die Hausfrau gern hatte“, sagt Hackmann. An dem Verfahren habe sich im Prinzip bis heute nicht viel geändert. „Das berühmte ‚Klappern der Mühle am rauschenden Bach‘ kam übrigens von einem Hebel, der immer wieder gegen den Schrotgang schlägt und damit eine bestimmte Menge Getreide in den Mahlgang füllt“, erklärt der heutige Eigentümer. „Mein Schwiegervater konnte früher schon vom Frühstückstisch allein am Klang erkennen, ob irgendwas nicht stimmt“, weiß Hackmann.

Kampf gegen den Verfall

Nach einem über 22-jährigen Dornröschenschlaf war es nur noch der Kampf gegen den Verfall, dem sich der 1996 gegründete Verein Wassermühle Krebshagen widmen konnte. Das von Efeu und Sturm zerstörte Dach musste komplett erneuert werden, für morsche Dielen, das verstopfte Mühlrad und einiges mehr fehlen Geld und fachkundige Helfer. „Ich würde die Mühle gerne wieder soweit herrichten, dass alles gefahrlos begehbar ist“, sagt Hackmann. Unter Telefon (0 57 21) 7 19 39 können sich interessierte Helfer melden. geb

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