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Stadthagen Stadt Amtsgericht soll barrierefrei werden
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Amtsgericht soll barrierefrei werden
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00:16 08.02.2016
Vorausichtlich im Spätsommer starten die Baumaßnahmen am Amtsgericht.  Quelle: rg
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Stadthagen (js)

Bislang ist Rollstuhlfahrern zwar möglich, über den Parkplatz in das Erdgeschoss des Gebäudes zu gelangen, doch das Erreichen des Obergeschosses ist ihnen nicht möglich. Mithilfe umfangreicher Baumaßnahmen soll das Gebäude in den kommenden Jahren uneingeschränkten Zugang auch für Menschen mit Handicaps bieten. In einem ersten Schritt sollen dafür 312 000 Euro bereitgestellt werden.
Das freut besonders Matthias Gläser. Der auf einen Rollstuhl angewiesene Steuerberater aus Stadthagen muss berufsbedingt öfters im Amtsgericht vorstellig werden. Da das Gerichtsgebäude aber weder einen Fahrstuhl hat noch barrierefrei ist, können die Gerichtstermine für Gläser zu einer regelrechten Tortour werden, da der Verhandlungssaal im ersten Obergeschoss liegt. So kam es schon vor, dass zwei Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes den Steuerberater mittels eines Tragestuhls nach oben transportieren mussten (wir berichteten).
Schon seit längerer Zeit kämpfte der Stadthäger für einen barrierefreien Zugang, die SN berichteten beispielsweise über den Fall, auch Landtagsabgeordneter Carsten Becker nahm sich der Sache an. „Es wurden aus mehreren Kanälen Signale abgefeuert“, so Gläser. Jetzt die positive Nachricht: Das Amtsgericht wurde in ein Sonderprogramm zur Sanierung der Gebäudeinfrastruktur des Landes Niedersachsen aufgenommen.
Die Umbaumaßnahmen sollen in mehreren Schritten erfolgen. „In diesem Haushaltsjahr können zunächst nur vorbereitende Maßnamen zum barrierefreien Ausbau erfolgen“, erklärt Thorsten Garbe, Pressesprecher des in Bausachen für das hiesige Amtsgericht zuständigen Landgerichts Bückeburg. Gut 300 000 Euro sind dafür eingeplant, die komplett vom Land Niedersachsen übernommen werden.
Nach derzeitiger Planung soll der Fahrstuhl im Bereich der Wachtmeisterei und anderer Büros verlaufen. Da es für diese Räume aktuell keine Ausweichmöglichkeiten gibt, muss zunächst das Sockelgeschoss hergerichtet werden, um die Wachtmeisterei und Büros ausquartieren zu können, berichtet Garbe. Gleichzeitig soll das Gebäude substanzerhaltend saniert und eine Behindertentoilette eingebaut werden.
Diese umfassenden Arbeiten seien nicht „in einem Rutsch zu schaffen“. Entsprechend sind auch für das kommende Jahr Finanzmittel eingeplant, die der weiteren Sanierung dienen. Der Baubeginn für die vorbereitenden Maßnahmen sei für den Spätsommer vorgesehen, „da erst die konkrete Planung vorgenommen werden muss und die Aufträge ausgeschrieben werden müssen“, so Garbe.
Dass es jetzt noch ein wenig mit der Barrierefreiheit am Amtsgericht dauert, stört Gläser wenig. „Vielleicht wird das Ergebnis dann entsprechend besser“, sagt er. Er freue sich erst mal, dass „nach den ganzen Jahren, in denen nichts passiert war, endlich Bewegung ins Spiel gekommen ist“.

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