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An grausame Schicksale erinnern

Stadthagen / Pogrom-Gedenken An grausame Schicksale erinnern

Die Reichspogromnacht hat sich zum 75. Mal gejährt. Mit einer Gedenkfeier am jüdischen Friedhof an der Seilerstraße haben Schüler vom Wilhelm-Busch-Gymnasium (WBG) an die grausamen Schicksale jüdischer Bürger aus Stadthagen und der Umgebung erinnert.

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Im Gedenken an vertriebene und ermordete Juden zünden WBG-Schüler Kerzen vor dem jüdischen Friedhof in Stadthagen an. 

Quelle: tbh

Stadthagen. Vor der Friedhofspforte verlasen die Schüler die Namen von vertriebenen, verfolgten und ermordeten Juden, für die es keine Grabsteine gibt. Symbolisch legten die Schüler für jeden Namen einen Stein an der Friedhofspforte nieder und zündeten Kerzen an.

Im Anschluss luden das WBG und der Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen zu einem Vortrag des israelischen Historikers Gideon Greif ein. Der Historiker lehrt israelische und jüdische Geschichte an der University of Texas in Austin. Aus seiner Kindheit erzählte Greif, wie schrecklich es für ihn war, seinen Großvater, der die Gefangenschaft im Konzentrationslager Buchenwald überlebte, nachts schreiend aus Albträumen aufschrecken zu hören.

Mit Bildern von den Schikanen und Angriffen, die die jüdische Bevölkerung in Deutschland unter dem Regime der Nazis über sich ergehen lassen musste, verdeutlichte Greif, wie erbarmungslos und grausam die Juden verfolgt und gequält wurden. Das für ihn grausamste Bild zeigte Juden, die gezwungen wurden, ohne ihre Kopfbedeckung in der Synagoge aus „Mein Kampf“ vorzulesen. Bei der Reichspogromnacht wurde die Macht des Bösen zum ersten Mal sichtbar“, sagte Greif. Und erläuterte, warum aus seiner Sicht die Ereignisse der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 den Nazis gezeigt hätten, „dass sie bei der Vernichtung der Juden nicht mit Gegenwehr rechnen müssen“.

Fotos von Schauplätzen in ganz Deutschland, auf denen Juden zu sehen waren, die öffentlich bloßgestellt wurden, während die Menschen um sie herum lediglich zuschauten, bekam das Publikum zu sehen.

Die stille Akzeptanz der Öffentlichkeit ist es, die Greif verurteilt. „Der Lauf der Geschichte hätte ein anderer werden können, wenn früher gegen die Behandlung der Juden protestiert worden wäre“, erklärte er.

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