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Angeklagter bestreitet Beteiligung

Überfall auf den Rewe-Markt Angeklagter bestreitet Beteiligung

Im Prozess um den Raubüberfall auf den Rewe-Markt an der Jahnstraße hat der Angeklagte die Vorwürfe bestritten. „Ich habe damit nichts zu tun“, erklärte er vor der 1. Großen Strafkammer am Landgericht in Bückeburg.

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Quelle: dpa

Stadthagen/Bückeburg. Oberstaatsanwalt Klaus Jochen Schmidt wirft dem früheren Bauunternehmer (50) vor, Drahtzieher der Tat gewesen zu sein.

Den eigentlichen Täter (27) hatte das Gericht in einem vorausgegangenen Verfahren zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Beide Männer kommen aus Paderborn. Fest steht, dass sie sich kennen. Angeblich hatte der jüngere Mann dem jetzt Angeklagten 2012 seine Dienste als Schuldeneintreiber angeboten. Verteidiger Sascha Haring geht davon aus, dass der verurteilte Räuber nach dem Rewe-Überfall „entweder einen Mittäter erfunden hat - oder er hatte einen Mittäter und tauscht nun die Personen aus“.

Oberstaatsanwalt Schmidt sieht das anders. Laut Anklageschrift hat der ehemalige Bauunternehmer die Fäden gezogen, den Tatort ausspioniert und seinen jüngeren Komplizen nach Stadthagen gebracht, bevor er ihm eine Plastikpistole, eine Sturmhaube sowie Kabelbinder zum Fesseln der Angestellten gab. Der 27-Jährige lauerte den Opfern dann nach Ladenschluss am Personaleingang auf. Später sollen sich beide Männer getroffen haben, um die Beute von mehr als 3000 Euro zu teilen. Auf die Spur des Räubers waren die Ermittler gekommen, weil dieser sich am Tresor den Kopf blutig gestoßen und eine DNA-Spur hinterlassen hatte.

Unter den Folgen des brutalen Überfalls auf den Rewe-Markt im August 2013 leidet eine Angestellte noch heute. Der Täter hatte die Frau damals über den Boden geschleift und sie gezwungen, den Tresor zu öffnen. „Manchmal habe ich immer noch Angstzustände“, erklärte die 47-Jährige, die nach der Tat in psychologischer Behandlung war, als Zeugin vor Gericht. „Ich verdränge es, aber es kommt immer wieder.“ Den stellvertretenden Marktleiter hatte der Täter mit der Mündung seiner Spielzeugpistole so heftig ins Gesicht geschlagen, dass dieser eine blutende Wunde erlitt.
Im ersten Prozess, als er Angeklagter war, hatte der 27-Jährige den älteren Mann noch schwer belastet. Diesmal ist er Zeuge und schweigt. Ob der Paderborner damals die volle Wahrheit gesagt hat, erscheint mittlerweile fraglich. Er selbst stellt es in Zweifel. Anwalt Haring hat deshalb beantragt, das Verfahren einzustellen. Eine Verteidigung sei unmöglich geworden. Über den Antrag hat das Gericht noch nicht entschieden.

Unterhaltsam wird der Prozess immer dann, wenn es um die Person des wiederholt vorbestraften Angeklagten geht, der zurzeit in anderer Sache eine Haftstrafe von fast sieben Jahren verbüßt. So will der 50-Jährige früher als verdeckter Ermittler für den Zoll tätig gewesen sein. Außerdem behauptet er, entscheidend zur Aufklärung eines Mordfalles beigetragen zu haben.
Bereits zum Prozessauftakt hatte der Paderborner berichtet, an einer Bundesstraße bis zu 16 Wohnwagen an Prostituierte vermietet zu haben, bis es Ärger mit Rockern gab. Der Prozess wird fortgesetzt. ly

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