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Stadthagen Stadt Angeklagter ohne jede Einsicht
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Angeklagter ohne jede Einsicht
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00:25 03.03.2018
Quelle: dpa
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STADTHAGEN

Als sich das Paar dagegen nun erfolglos vor Amtsrichter Kai Oliver Stumpe zur Wehr setzte, kam es zu ruppigen Szenen bei der Urteilsverkündung.

Bei der Auseinandersetzung vor knapp einem Jahr warf die 28-jährige Stadthägerin in einer Schimpftirade dem Beamten diesen üblen Satz an den Kopf: „Ich hoffe, Erdogan wird euch ficken.“ Mit den Worten „Du bist nichts, gar nichts“, das Ganze gespickt mit ein paar Drohungen, heizte ihr 20 Jahre alter Freund aus Bückeburg das Wortgefecht noch an.

„In meiner ganzen Laufbahn war das das Respektloseste, das ich je erlebt habe“, erklärte der 28 Jahre alte Polizeikommissar aus Stadthagen vor dem Amtsgericht.

Die Angeklagten machen hingegen den Beamten für die Eskalation verantwortlich und werfen ihm einen rüden Ton vor. Schließlich hätten sie nur einen Umzug mit Parksondergenehmigung abwickeln wollen, seien von dem Beamten zuerst nicht gegrüßt und danach selbst beleidigt worden.  Er sei zwar „lauter geworden, aber sachlich geblieben“ hielt der Polizeibeamte dagegen. Anders als von der Gegenseite behauptet, habe er die beiden Migranten auch nicht aufgefordert, „dahin zu gehen, wo sie herkommen“, sondern nur auf die Gültigkeit der deutschen Rechtsordnung hingewiesen.

Umfangreiche Strafakte

Die 28-Jährige entschuldigte sich vor Gericht für ihr Verhalten, ihr Freund war weniger versöhnlich. Er habe seinerseits „nie einen so respektlosen Polizisten“ erlebt. Regelmäßigen Umgang mit der Staatsgewalt dürfte er angesichts seiner Strafakte jedenfalls haben. In seinem Register finden sich sexueller Missbrauch einer Minderjährigen ebenso wie vorsätzliche Körperverletzung. Einen einwöchigen Arrest und ein Anti-Aggressionstraining aus früheren Verurteilungen muss er noch antreten. Seine Freundin musste sich bereits wegen Sachbeschädigung, Schwarzfahrens und Strafvereitelung verantworten.

Bei der Verurteilung brummte ihr Stumpe neben eine Strafe von 450 Euro die Verfahrenskosten auf. Der einkommenslose Bückeburger muss zusätzlich zu den ausstehenden Strafen weitere 25 Stunden gemeinnützig arbeiten. Trotz des laut Stumpe milden Urteils ließen die Verurteilten den Richter bei dessen Begründung kaum zu Wort kommen, forderten sofort die Revision und richteten bissige Worte an den Polizisten.

„Sie haben sich überhaupt nicht geändert“, resümierte der Richter zum Schluss der Verhandlung, „überhaupt keinen Respekt vor Erwachsenen und Amtspersonen.“ geb

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