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Angetrunken zugeschlagen

Stadthagen / Amtsgericht Angetrunken zugeschlagen

Das Amtsgericht Stadthagen hat einen 24-jährigen Bückeburger und einen 23-jährigen Nienstädter wegen gefährlicher Körperverletzung jeweils zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

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Quelle: Symbolfoto

Von Jan Schaumburg

Stadthagen. Beide hatten im vergangenen Sommer einen 64-jährigen Stadthäger verprügelt.

13. Juni 2013, 18.30 Uhr: Die beiden Angeklagten und ein etwa gleichaltriger Freund waren auf dem Weg in die Sporthalle Hinter der Burg in Stadthagen. Nach eigenen Angaben wollten sie dort eine junge Frau treffen, die dort zu der Zeit einen Hip-Hop-Kurs besuchte. Als die Gruppe, die bei der Jugendwerkstatt Hülshagen beschäftigt ist, das Gelände erreichte, liefen sie dem dortigen Hausmeister über den Weg. Dieser habe gemerkt, dass die drei jungen Männer angetrunken waren, und bat sie, auf einer Bank Platz zu nehmen, um dort das Ende des Kurses abzuwarten.

Die Drei fügten sich vorerst, doch der Friede währte nur kurz. Der Hausmeister beobachtete, wie einer der Männer neben die Bank urinierte. Er habe die jungen Männer darauf hingewiesen, dass eine Bank keine öffentliche Toilette sei. Daraufhin eskalierte die Situation.

Der angeklagte Nienstädter schnippte dem Stadthäger eine Zigarette entgegen, der zweite Angeklagte schubste den 64-Jährigen. Dieser riss die Arme nach oben, versuchte sich zu wehren und wurde daraufhin von mehreren Faustschlägen getroffen. Er sank mit einer Platzwunde am Kopf zu Boden und verlor für kurze Zeit das Bewusstsein.

Die beiden Angeklagten ließen anschließend von ihrem Opfer ab. Der Dritte der Gruppe, der neben die Bank uriniert hatte, ergriff schon vor der Schlägerei die Flucht und wurde nicht strafrechtlich belangt.

In seinem Plädoyer verwies der Staatsanwalt darauf, dass die Angeklagten die Möglichkeit eines Täter-Opfer-Ausgleiches nicht wahrnahmen. Mit seinem Urteil blieb Richter Kai Oliver Stumpe einen Monat unter dem geforderten Strafmaß des Staatsanwaltes. Da die bereits im Jugendrecht wegen Körperverletzung vorbestraften Angeklagten zum Tatzeitpunkt offenbar stark angetrunken gewesen waren, bescheinigte der Richter ihnen eine „eingeschränkte Steuerungsfähigkeit“.

Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. Beide Männer müssen zudem jeweils 800 Euro Schmerzensgeld an den Stadthäger zahlen.

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