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Stadthagen Stadt Annika Oltrogge spielt alle an die Wand
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Annika Oltrogge spielt alle an die Wand
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18:31 31.08.2018
Annika Oltrogge hat ein Händchen fürs Tennisspielen: Mit ihrem Team ist die Zwölfjährige sehr erfolgreich. Quelle: jus
Stadthagen

Im Alter von fünf Jahren begann Annika mit dem Tennisspielen, wollte erst einmal nur hineinschnuppern. Inzwischen ist sie seit sieben Jahren dabei und trainiert drei Mal in der Woche für jeweils eine Stunde. Für sie auch ein toller Ausgleich zur Schule.

Zu Beginn habe sie mit einem Jungen allein gespielt, erzählt die Schülerin im Gespräch. Das habe allerdings nicht so gut geklappt. Mit ihrem jetzigen Team habe es dagegen von Anfang an wunderbar funktioniert – wohl auch, weil die Jungen voll hinter Annika stehen.

Im Tennis ist es möglich, dass bis zu den C–Junioren ein Mädchen in einem eigentlich reinen Jungenteam spielt – Annika ist dieses Mädchen. In ihrer Altersklasse gibt es keine andere Spielerin, die leistungstechnisch mit ihr mithalten kann. Sie ist Teambeste, spielt auf der ersten Position – besser geht es nicht.

Maßgeblich an Annikas Erfolg beteiligt ist selbstverständlich ihr Trainer, Scott Wittenberg. „Ohne ihn wäre ich nie so weit gekommen“, ist sich das Mädchen sicher.

Spaß steht im Vordergrund

Annika ist eine ruhige, wenn auch ehrgeizige Spielerin. Trotzdem: „Für mich steht der Spaß im Vordergrund“, sagt die Zwölfjährige. „Wenn ich mal eine Partie verliere, ist mir keiner böse.“

Und das sollte auch keiner sein. Schließlich ist Annika mit ihrem Team äußerst erfolgreich. Gerade erst hat es das Quartett ins Halbfinale der Regionsmeisterschaften geschafft – 200 Mannschaften haben daran teilgenommen. Auch dort ist Annika das einzige Mädchen im Teilnehmerfeld.

In den Punktspielen hat das Team meist zu Null gespielt. Dass sie es so weit geschafft haben, war für alle eine große Überraschung, erzählt sie.

Am Sonnabend, 1. September,  steigt das Halbfinalspiel gegen den SV Wacker Osterwald. Wenn sie verlieren, wird es Annikas letztes Spiel mit ihrem Team gewesen sein. „Ab der nächsten Saison trainiere ich in der Damenmannschaft“, erklärt sie. Grund für den Ausstieg ist dabei nicht etwa ihr freier Wille; vielmehr müssen die Teams ab Klasse B in Jungen– und Mädchenmannschaften aufgeteilt werden.

Gegenseitig unterstützt

Bei Annika und ihren Jungs herrscht darüber schon viel Wehmut – schließlich haben sich die Kinder und ihre Familien jahrelang gegenseitig unterstützt, es ist ein Freundeskreis entstanden. Die älteren Mädchen des neuen Teams freuen sich aber schon auf ihre neue Teamkollegin – die Angst vor den älteren Gegnern werden sie Annika dabei allerdings noch nehmen müssen.

Ob das Team das große Spiel gegen den SV Wacker Osterwald gewinnt oder nicht, ist Annika derweil nicht wichtig. Wenn sie verlieren, dann sei das eben so, sagt sie selbstbewusst. Ihre Mutter Kathrin Oltrogge stimmt ihr zu. „Ein verlorenes Spiel ist kein Verlust.“ Und bei einem Sieg und anschließendem Einzug ins Finale? „Da schauen wir alle doof aus der Wäsche.“ jus