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Architekt kritisiert Entscheidung der Jury

Krumme Straße Architekt kritisiert Entscheidung der Jury

Volker Hemmerich fühlt sich ungerecht behandelt. Der Wunstorfer Architekt hatte an dem Wettbewerb für das städtische Wohnbauprojekt an der Krummen Straße teilgenommen. Seine Kritik: Der Sieger des Architekten-Wettbewerbs habe gemessen an der Auslobung gravierende Fehler gemacht.

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Die Hinterhöfe des Gebäudeensembles an der Krummen Straße. Zur Neugestaltung hatte die Stadt einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben.

Quelle: rg

Stadthagen. Deswegen hat Hemmerich das Verfahren bei der Architektenkammer Niedersachsen gerügt. Dazu habe ihn der Jurist der Kammer zuvor durchaus ermuntert, berichtete der Architekt. Trotzdem habe sich der Ausschuss für Wettbewerbs- und Vergabewesen der Kammer dann hinter den Juryentscheid gestellt und die Rüge abgewiesen. „Darüber bin ich sehr enttäuscht“, sagt Hemmerich.
Der Wunstorfer hängt seine Kritik an vier Punkten auf. Die Auslobung habe eine geschlossene Bauweise gefordert. Die Häuser müssten also quasi Wand an Wand stoßen. Im Siegerentwurf sei aber an der rückwärtigen Seite, also an der Straße Am Nordwall, zum linken Nachbarhaus eine Lücke von drei Metern vorgesehen. Und für die Wand zum rechten Nachbarhaus seien Fenster eingeplant, obwohl diese künftig direkt auf eine Nachbarwand stoßen könnten.
Hemmerich weiter: Obwohl in der Auslobung gefordert, sehe der Siegerentwurf keine behindertengerechte Lösung vor. Und nicht zuletzt sei in einem denkmalgeschützten Haus ein Durchgang vorgesehen, „der den Anblick des Gebäudes im Grunde zerstört“. Das alles werde von der Jury und vom Ausschuss zwar „aufgegriffen, aber in der Bewertung schlichtweg verharmlost“.
Hemmerich dazu: „Das kann einen schon verbittern, wenn man sich selbst einen Kopf macht, um die Kriterien der Auslobung zu erfüllen und dann sehen muss, dass mit ungleichen Maßstäben und nicht objektiv geurteilt wird.“
Namens der Stadt, die den Wettbewerb ausgelobt hatte, betonte Bauamtsleiter Gerd Hegemann auf Anfrage, der Ausschuss der Architektenkammer „sieht in der Entscheidung der Jury keinerlei Fehler“. Für die Jury gebe es bei solchen Wettbewerben vor dem Hintergrund der Auslobung „immer einen erheblichen Abwägungsspielraum“. Vor allem zähle der städtebauliche Gesamteindruck eines Beitrags, „da darf man sich nicht an Details hochziehen“. Und vom Gesamteindruck her sehe der Entwurf des Architekturbüros Steimle aus Stuttgart für die Jury zweifelsfrei die beste Lösung vor.
Den Kritikpunkten von Hemmerich hält Hegemann entgegen: Eine durchgehend geschlossene Bauweise gebe es Am Nordwall ohnehin nicht, sodass die im Entwurf vorgesehene Lücke akzeptabel wäre. Mit Blick auf die Behindertengerechtigkeit könne der Entwurf leicht nachgebessert werden. Und in dem denkmalgeschützten Haus habe es zu früheren Zeiten ebenfalls einen Durchgang gegeben.
Hemmerich will in der Sache keine weiteren Schritte unternehmen. „Die Entscheidung ist endgültig, da kann man nichts mehr dran drehen.“ ssr

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