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Stadthagen Stadt Auch Kinder dürfen zum Kelch greifen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Auch Kinder dürfen zum Kelch greifen
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19:51 22.07.2011
Künftig sollen sich in allen Gemeinden der Landeskirche die Kinder am Abendmahl beteiligen können. Quelle: pr.
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Stadthagen (kil)

In der St.-Martini-Gemeinde dürfen Vorkonfirmanden bereits seit Längerem an der christlichen Tradition teilnehmen und zusammen mit den Erwachsenen das Abendmahl feiern, berichtet Oberprediger Klaus Pönnighaus. Mehrmals im Jahr biete die Gemeinde Familiengottesdienste mit einem kindgerecht gestalteten Abendmahl an. Es gebe Traubensaft statt Wein.

Die korrekte Bezeichnung dafür sei eigentlich „Abendmahl aller Getauften“ und nicht „Kinderabendmahl“, sagte Pönnighaus. Es werde schließlich nicht gesondert an Kinder gereicht. Vielmehr gehe es darum, dass „Groß“ und „Klein“ zusammen feierten. Kinder zum „normalen“ Abendmahl mitzunehmen, sei ebenfalls erlaubt.

„Das erste evangelische Abendmahl für Kinder hat es 1970 gegeben.“ Die schaumburg-lippische Landeskirche sei mit der verbindlichen Einführung des Abendmahls für Kinder vergleichsweise „spät dran“. In vielen Gemeinden der schaumburg-lippischen Landeskirche sei die Altersbegrenzung mittlerweile verschwunden. Es gebe aber noch immer Gemeinden ohne ein Angebot für Kinder.

„Früher hatte das Abendmahl viel mit Buße und Beichte zu tun“, erklärt Pönnighaus. Im Laufe der vergangenen 40 Jahre seien andere Aspekte hinzukommen. „Heute bedeutet Abendmahl auch das Feiern der Gemeinschaft“. Gleichzeitig habe der Blick in die Ökumene gezeigt, dass das Kinderabendmahl in vielen anderen Religionsgemeinschaften bereits selbstverständlich sei. Bei den orthodoxen Kirchen in Griechenland gebe es sogar das Abendmahl für Säuglinge.

Folglich hätten sich auch die Lutheraner irgendwann gefragt: „Was spricht eigentlich gegen ein Abendmahl für Kinder?“ Die frühere Altersbegrenzung sei auf die Auffassung zurückzuführen, Kinder müssten die Bedeutung des Abendmahls erst verstehen. Würde man diesen Gedanken allerdings konsequent zu Ende denken, dann müsste man auch Menschen mit einer schweren geistigen Behinderung oder Gemeindemitglieder, die unter altersbedingten Verwirrungen litten, vom Abendmahl ausschließen. „Undenkbar“, meinte Pönnighaus. „Wer versteht denn schon genau, was beim Abendmahl vor sich geht?“, stellte er die Frage.

Wenn die Synode das Gesetz beschließe, sei es verbindlich, ein Abendmahl für Kinder anzubieten. Für die St.-Martini-Kirche bedeute das keine große Umstellung. Die Masse an Kindern beim regulären Abendmahl halte sich sowieso in Grenzen. „Die Kleinen sind meistens beim Kindergottesdienst“, meint Pönnighaus.

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