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Auf den Ernstfall vorbereitet sein

Vollmachten für die Vorsorge Auf den Ernstfall vorbereitet sein

Das Thema rechtliche Betreuung und Vorsorgevollmachten beschäftigt auch in Stadthagen viele Menschen. Das liegt vor allem daran, dass es immer mehr ältere Menschen gibt. Aus diesem Grund sind die Betreuungssachen ein großer Arbeitsbereich am Amtsgericht Stadthagen.

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Die Richter und Rechtspfleger am Amtsgericht Stadthagen beschäftigen sich häufig auch mit Betreuungsfällen und Vorsorgevollmachten.

Stadthagen. Direktorin Regina Benz berichtet von einem Bestand von 1380 fortdauerenden Betreuungen im ersten Quartal dieses Jahres. Monatlich kommen aber weitere Fälle dazu.

„Unsere Rechtspfleger müssen Betreuer laufend beraten, unterstützen und kontrollieren“, sagt Benz. Die Aufgaben der vier Betreuungs-Rechtspfleger in Stadthagen seien vielschichtig: Sie kümmern sich beispielsweise um die Genehmigung von Kündigung von Mietwohnungen, Betreuerentlassungen und Vergütungen.

Das Durchschnittsalter der Betreuten bei Betreuungsbeginn liegt laut Benz bei 65 Jahren. Häufig übernehmen Verwandte die Betreuung – zu 38 Prozent. Ehrenamtliche kümmern sich in zwei Prozent und Rechtsanwälte in sechs Prozent der Fälle. Nicht selten sind auch sogenannte Vereinsbetreuer, die 24 Prozent der Betreuung ausmachen. Berufsbetreuer werden in besonders heiklen Fällen eingesetzt, wie schwierigen sozialen, gesundheitlichen oder Vermögenssituationen. Ein Laie sei da häufig überfordert.

Uneingeschränktes Vertrauen ist die Voraussetzung

Eine Vorsorgevollmacht kann unter anderem gesundheitliche Angelegenheiten, Fragen zur Unterbringung und Wohnung, die Verwaltung des Vermögens, Post und die Vertretung vor Behörden regeln. Durch eine Vorsorgevollmacht kann die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung durch das Amtsgericht vermieden werden. Diese setzt aber uneingeschränktes Vertrauen zum Bevollmächtigten voraus. Matthias Schwarz, Richter am Amtsgericht Stadthagen, betont, dass eine privatschriftliche Vorsorgevollmacht jedoch nicht für alle Vorgänge ausreiche: So befugt sie beispielsweise nicht dazu, ein Haus zu verkaufen. Hier sei eine notarielle Vollmacht oder eine rechtliche Betreuung notwendig.

Schwarz hat zwar den Eindruck, dass viele Stadthäger vom Thema rechtliche Betreuung und Vorsorgevollmachten gehört haben, eine rechtliche Erläuterung sei aber meist notwendig. Er geht jedoch davon aus, dass viele Bürger bereits Vorsorgevollmachten erteilt haben, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Das erspare ihnen und ihren Angehörigen viel Zeit. Aber auch dem Amtsgericht bleibt damit letztendlich Arbeit erspart. jemi

Selbst vorsorgen

Um sich in aller Ruhe mit dem Thema Vorsorgevollmacht auseinanderzusetzen, gibt es folgende Möglichkeit: Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bietet im Internet ein Formular zur Vorsorgevollmacht zum Herunterladen an. Auch das niedersächsische Landesjustizportal stellt Merkblätter und Ausfüllhilfen online zur Verfügung. Wer mit einer Vollmacht vorsorgt, benötigt später kein Betreuungsverfahren mehr.

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