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Fall Peggy: Wie die Stadthäger Polizei mit Vermisstenfällen Auf der Suche

Im Fall der 2001 verschwundenen Peggy herrscht nun Gewissheit. Die Suche nach dem auf dem Schulweg verschwundenen Mädchen war erfolglos. Wenn ein Angehöriger plötzlich verschwindet, ist die Sorge groß.

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Stadthagen . Erst recht, wenn vorher nichts darauf hingedeutet hat, dass derjenige vorhatte, fortzugehen oder zu verreisen. Dennoch schreitet die Polizei bei einer Vermisstenmeldung nicht immer sofort ein.

In Schaumburg wird zum Beispiel nach dem Aufenthaltsort des Rentners Helmut W. aus Rinteln gefahndet. Ob unmittelbar eine Suchaktion startet, hängt nach Angaben von Axel Bergmann, Sprecher der Polizei Stadthagen, unter anderem davon ab, ob es sich bei dem Vermissten um ein Kind, einen Jugendlichen oder einen Erwachsenen handelt. „Bei einem Kind wird nicht gezögert, sondern sofort gehandelt“, erklärt der Polizeihauptkommissar.

Kinder stellen jedoch die kleinste Gruppe der von 2012 bis 2015 vermisst gemeldeten Personen im Zuständigkeitsbereich des Kommissariates Stadthagen. Vergangenes Jahr wurden 29 Kinder unter 14 Jahren als vermisst gemeldet.

Die meisten Vermissten waren Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. 38 verschollene Personen waren 60 Jahre und älter. 2014 waren es 41 Kinder unter 14 Jahren und 50 Jugendliche sowie 45 Menschen ab 60 Jahren, die vermisst gemeldet wurden. Die Altersstufen von 18 bis 60 Jahre sind laut Bergmann kaum vertreten.

Ein wichtiger Aspekt beim Vorgehen der Polizei ist das angenommene Gefahrenpotenzial. Bei Jugendlichen wird das nach Angaben des Polizeisprechers nicht so hoch bewertet wie bei Kindern. Oftmals handele es sich bei den über 14-Jährigen um die sogenannten „klassischen Ausbrecher“ – Jugendliche, die Stress mit den Eltern oder in der Schule haben oder aus Liebeskummer für einige Zeit verschwinden. Der größte Anteil in diesem Altersbereich fällt laut Bergmann auf Jugendliche, die in Einrichtungen untergebracht sind und ab und an mal einen Abend ausgehen würden. „Meistens bleiben die dann bei Freunden und kommen von selbst wieder“, erklärt Bergmann.

Im Gegensatz dazu werde beim Verschwinden eines Kindes sofort eine Fahndung ausgeschrieben. „Das hat ein ganz anderes Gewicht.“ Zumal die unter 14-Jährigen meistens nicht frei über ihren Aufenthaltsort bestimmen könnten, müsse sofort gehandelt werden. „Es besteht die Gefahr, dass ein Unfall passiert oder ein Notfall eingetreten ist oder sogar eine Entführung vorliegt.“

Ebenfalls akuter Handlungsbedarf ist nach Worten von Bergmann bei Senioren gegeben. „Das nehmen wir sehr ernst, weil in solchen Fällen oft ein Krankheitsbild hinter dem Fernbleiben steckt.“

Um jemanden unverzüglich zur Fahndung auszuschreiben, müssen bestimmte Aspekte wie Suizidgefahr, Krankheit oder Medikamentenbedarf vorliegen. Hat jemand beispielsweise Diabetes und ist verschwunden, ohne seine Medikamente mitzunehmen, bestehe akute Gefahr.
In der Regel gelte aber bei Erwachsenen das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Schließlich dürfe jeder selbst entscheiden, wo er leben und sein möchte.

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